(wS/si) Siegen 13.03.2026 | Die rote Tartan-Bahn rund um die Stadionwiese ist in Teilen aufgerissen, die Betonbrüstung abgebrochen, Bagger und Baugeräte stehen parat: Im Hofbachstadion in Geisweid – dem zweitgrößten Stadion in der Stadt Siegen – haben die Abbrucharbeiten begonnen. Bis zum Herbst wird die in die Jahre gekommene Anlage auf den neuesten Stand einer modernen Sportstätte gebracht, denn die Modernisierung des Stadions („Geburtsjahr“ 1974) ist dringend notwendig.
Bürgermeister Tristan Vitt begrüßte heute Vormittag (Donnerstag, 12. März) bei einem
Pressetermin mit Stadtbaurat Henrik Schumann, Sportdezernent Adrian Viteritti sowie
weiteren Projektbeteiligten der Technischen Gebäudewirtschaft (TGW) und der Sport- und
Bäderabteilung die Vertreterinnen und Vertreter der bauausführenden Firmen und der
beteiligten Politik. Bei einem gemeinsamen Rundgang stellte er die geplanten Arbeiten vor:
„Jetzt sind wir endlich soweit, dass die Sanierung des Stadions beginnen kann. Mit dieser
Sanierung investieren wir in die Zukunft des Sports in Geisweid und darüber hinaus. Wir
schaffen hier wieder modernste Trainingsbedingungen für Vereine, Schulen und den
Breitensport.“
Wesentlicher Bestandteil dieses Projekts ist die Förderung durch das Bundesprogramm
„Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“. Die
Gesamt-Baukosten der Stadionsanierung belaufen sich auf rund 2,3 Mio. Euro, aber
Fördergelder von rund 2,2 Mio. Euro decken die Kosten fast ab. Tristan Vitt: „Der
Förderbescheid erreichte uns am 30. Juli 2025. Aufgrund der späten Bewilligung wurde eine
Verlängerung des Bewilligungszeitraums und eine geänderte Mittelbereitstellung beantragt.
Die Zusage hierzu ging am 4. November 2025 bei der Stadt Siegen ein. Damit ist der Großteil
der Kosten gedeckt.“ Er bezeichnete die Unterstützung als „Glücksfall“ für das Projekt, ohne
die der Umfang der Sanierung kaum realisierbar gewesen wäre.
Zwar gab es immer wieder Erweiterungen und Reparaturen seit der letzten großen
Sanierung 1981, doch der aktuelle Zustand des Stadions zeigte akuten Handlungsbedarf. Wie
die Bestandaufnahme eines externen Fachbüros ergeben hatte, waren besonders die
Laufbahn und Teile der Tribüne in einem schlechten Zustand – ohne umfassende Sanierung
hätten Bereiche des Stadions womöglich gesperrt werden müssen. Bürgermeister Vitt: „Die
Sanierung vermeidet den Abbruch und den Neubau eines Stadions und spart somit
Ressourcen und ist nachhaltig.“
Die Sanierung im Überblick:
Die marode Betonbrüstung samt altem Geländer wird abgebrochen und durch neue
Fertigteile ersetzt. Wo nötig, werden neue Handläufe montiert, der umlaufende Weg wird
barrierefrei gestaltet. Bei der Tartan-Laufbahn ist der Belag stark abgenutzt und wird
vollständig erneuert, inklusive Unterbau, der den heutigen Normen entspricht. So
bekommen die 100-Meter-Bahn und die Sprunganlagen einen modernen Laufbelag für
höchste Trainingsansprüche.
Auch die Haupttribüne wird überarbeitet. Die alten Beton-Sitzstufen wurden bereits
abgebaut und erhalten neue farbige Sitzschalen. Ein Teil der Stufen wird nicht
wiederaufgebaut, um die so verbliebene Fläche zu begrünen. Erneuert wird auch die
Weitsprunganlage, es gibt eine neue Sprung- und Kugelstoßanlage ebenso wie neue Anlagen
für Hochsprung, Speerwurf und Diskuswerfen.
Zudem entsteht am Stadion eine öffentlich zugängliche Sportbegegnungsstätte
(„Calisthenics-Anlage“) mit verschiedenen Spiel- und Sportgeräten. Dafür wird die alte
Asphaltfläche entfernt. Dieser Treffpunkt soll für alle Generationen offen sein.
TGW-Projektleiter Bernd Wiezorek hat auch die Beleuchtung im Blick: „Damit auch in der
dunkleren Jahreszeit weiter trainiert werden kann, installieren wir an der 100-Meter-Bahn
und bei den Sprunganlagen eine neue LED-Beleuchtung. Ein Teil der Leuchten wird an der
Tribüne, der Rest an neuen Masten befestigt.“
Bei allen Bauarbeiten wird auf Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit geachtet. Viele der
Maßnahmen erhöhen die Zugänglichkeit für Menschen mit Behinderungen, etwa durch
breite, ebene Wege, einen stufenlosen Zugang sowie visuelle und taktile Hinweise.
Zugangswege zum Stadiongelände werden verbreitert, stufenlose Zugänge und
rollstuhlgerechte Sitzmöglichkeiten installiert.
Wo immer Baumaterialien erneuert werden, setzt die Stadt auf umweltfreundliche und
recycelte Produkte; freigeräumte Flächen wie Teile der Tribüne werden mit einheimischen
Pflanzen begrünt, um Lebensräume für Insekten zu schaffen. Damit bleibt das Stadion in
zentraler Wohngebietslage neben Mühlenberg und Wenscht erhalten und fördert kurze
Wege für Fußgänger und Radfahrende.
In Ergänzung zu der Fördermaßnahme soll auch der Rasen erneuert werden für Fußball und
American Football-Spiele. Die Erneuerung des Rasens wurde unabhängig von der
Fördermaßnahme ausgeschrieben und vergeben. Die Ausführung erfolgt in enger
Abstimmung mit der Hauptmaßnahme. Die Bauarbeiten sollen im Herbst 2026
abgeschlossen sein. Tristan Vitt: „Ich bedanke mich ausdrücklich bei allen, die dieses Projekt
möglich machen, den Fördergebern, aber nicht zuletzt auch bei den Sportvereinen für ihre
Geduld. Mit der Sanierung schaffen wir eine moderne Sportanlage, ein Aushängeschild für
unsere Sportstadt.“

Baustart im Hofbachstadion: Sebastian Deppe (Strabag Sportstättenbau), Stadtbaurat Henrik Schumann, Bürgermeister Tristan Vitt und Stadtrat Adrian Viteritti (v.l.) im Stadion, wo die Bagger bereits brummen.

Ein Bagger beseitigt die Reste der alten roten Tartan-Bahn im Hofbachstadion. Fotos: Stadt Siegen






