Im Notfall noch schneller – Kreisleitstelle führt neuen Sofortalarm ein

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(wS/si) Siegen 28.04.2026 | Wenn ein Notruf in der Leitstelle des Rettungsdienstes des Kreises Siegen-Wittgenstein eingeht, werden zwei Fragen immer zuerst geklärt: Wo ist der Notfall und was ist genau passiert. Schnell gehen muss es in Notfällen immer, aber manchmal kommt es auf jede Sekunde an. Deshalb hat der Kreis jetzt in der Leitstelle einen neuen „Sofortalarm“ eingerichtet. Mit diesem können die Disponentinnen und Disponenten in besonders dringlichen Fällen Einsatzkräfte sofort losschicken, sobald von der Anruferin oder dem Anrufer die ersten beiden Fragen beantwortet sind. Rettungswagen und Notarzt rücken dann umgehend aus. Weitere Informationen zum konkreten Einsatz erhalten sie dann, während sie bereits unterwegs sind. „Dadurch gewinnen wir wichtige Zeit, bis zu 30 oder sogar 40 Sekunden. Die können entscheidend sein, wenn es darum geht, Leben zu retten“, sagt Landrat Andreas Müller.

Programmiert wurde die neue Funktion intern von Kollegen der Kreisleitstelle, inspiriert von einer ähnlichen Lösung, die für den Rettungshubschrauber Christoph 25 eingesetzt wird. Da dieser bis zum Abheben eine gewisse Vorbereitungszeit benötigt, wird die Besatzung bereits informiert, während der Notruf noch abgefragt wird. Jetzt besteht diese Möglichkeit auch für Rettungswagen und notärztliche Einsätze.

„Innerhalb der ersten 10 bis 15 Sekunden eines Notrufs wissen wir, wo der Notfall ist und ob der Einsatz auf die Entsendung eines Rettungswagens und eines Notarzteinsatzfahrzeuges hinausläuft“, sagt Thomas Tremmel, Kreisbrandmeister und Leiter des Amts für Brand- und Bevölkerungsschutz und Rettungswesen. „Dann können wir die Einsatzkräfte bereits auf den Weg schicken, wenn das sinnvoll ist.“ Seit der Einführung kam der Sofortalarm bereits zwölfmal zum Einsatz. Die Entscheidung liegt bei den Disponentinnen und Disponenten. „Bei sehr dringlichen, lebensbedrohlichen Ereignissen setzen wir den Sofortalarm ein, wenn wir also wissen, dass eine Person beispielsweise nicht mehr atmet oder bewusstlos ist“, erklärt Tremmel. Anders als etwa bei einem gebrochenen Bein kann in solchen Fällen tatsächlich jede Sekunde entscheidend sein.

Bereits beim ersten Einsatz, einem Sturz von einer Leiter, der zu einer schweren Kopfverletzung führte, konnten rund 40 Sekunden gewonnen werden. „Die Kolleginnen und Kollegen bleiben weiter am Telefon, betreuen die anrufende Person, unterstützen, geben wichtige Hinweise, während Rettungswagen oder Notärzte parallel schon auf die Straße geschickt werden“, so Thomas Tremmel. „Durch dieses parallele Arbeiten verbindet der Sofortalarm schnelle Hilfe vor Ort mit kontinuierlicher Betreuung am Telefon. Dadurch kann der Rettungsdienst in kritischen Situationen noch schneller helfen“, betont Landrat Andreas Müller.

Bei einem Besuch von Landrat Andreas Müller (li.) in der Kreisleitstelle stellte Thomas Tremmel, Leiter des Amts für Brand- und Bevölkerungsschutz, Rettungswesen, den neuen Sofortalarm vor.

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