Osterbrunnenfest mit 500 Eiern

wS/oo Dreis-Tiefenbach – Die Heimatvereine „Alte Burg” Dreis-Tiefenbach und Netpherland hatten am Samstagnachmittag bei eisiger Kälte und starkem Wind zum Osterbrunnenfest auf dem Stillingsplatz eingeladen. Schon einige Tage vorher wurden alle Vorbereitungen mit dem schmücken des Brunnens getroffen. Heimatmitglied Helmut Heinbach der sich in erster Linie für das Tannengrün verantwortlich zeigte, brauchte nicht viel zu suchen denn die Äste fielen ihm förmlich vor die Füße; wegen des Kindergartenbaus mussten die Fichten auf Fick´s Grundstück weichen. Schon in den vergangenen Jahren hatten die Grundschüler aus dem Ort über 500 Eier als Schmuck bemalt, die jetzt wieder aufgehängt wurden. So soll der Osterbrunnen in neuer und noch farbenprächtigerer Gestalt nun etwa 16 Tage lang die Ortsmitte Dreis- Tiefenbachs verschönern.

Besonders freute sich der Vorsitzende des Heimatvereins Andreas Völkel sowie Ortsbürgermeister Horst Völkel über die musikalischen Grüße vom „Alphorn-Duo“, dem Ehepaar Sensenschmidt aus Geisweid die mit ihren Alphörnern gekommen waren. Bei Kaffee, Glühwein und Kuchen, aber auch frisch gebackenen Waffeln feierten zahlreiche Heimatfreunde und Bürger das Osterbrunnenfest. Zum Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Thema „Osterbrunnen“ gerade in Mittel- und Oberfranken aufgenommen und weiterentwickelt. Der Grund war, dass gerade in der „Fränkischen Schweiz“ und ihre geologischen Verhältnisse des Fränkischen Juras, mit seinen tiefen, mäandernden Tälern und langestreckten Höhenzügen, die natürliche und spärlichen Wasserstellen immer am Grund des Tales lagen. Das Wasser musste von dort in die bewohnten Höhen geschaffen werden; was überwiegend den Frauen oblag; die Männer gingen teils weit auswärts ihrer Arbeit nach.

In manchen Orten wurden bis zu 100 Meter tiefe Stollen gegraben, um ans Grundwasser zu kommen. Diese aufwendigen Brunnen schützte man mit Brunnenhäuschen, die heute noch in vielen Orten zu sehen sind. Als Zeichen der Wertschätzung entstand der Brauch, die Dorf-Brunnen alljährlich zu schmücken. Das an Ostern geschöpfte Wasser hatte der Sage nach wundersame Wirkungen. Derzeit wird noch in 194 Orten Frankens das schmücken der Osterbrunnen betrieben. Der Größte alles Brunnen steht seit Jahren in Bieberbach mit etwa 250 Einwohnern. Hier hängen jedoch am Osterbrunnen rund 11.000 kunstvoll bemalte Eier. Im Siegerland werden auch in vielen Orten Brunnen mit Tannengrün und bunt bemalten Eisern geschmückt um auch hier die Tradition zu erhalten.

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