Legionellen in Kreuztaler Kläranlage gefunden

ws/kr – Kreuztal – Bei Untersuchungen in der Kläranlage in Kreuztal wurden in einigen Bereichen im Abwasser Legionellen festgestellt. Es handelt sich dabei nicht um die gefährliche Legionellenart, die im Sommer in Warstein zu Erkrankungen geführt hat. Nach Einschätzung von Experten ist eine akute Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung durch die Funde in Kreuztal nicht zu befürchten.

In enger Kooperation wollen Bezirksregierung, Kreis Siegen-Wittgenstein und Stadt Kreuztal diesen Befund weiter untersuchen. So wurden vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKULNV) des Landes Nordrhein-Westfalen und von der Bezirksregierung Arnsberg weitere umfangreiche Untersuchungen in Auftrag gegeben. Die Ergebnisse sollen noch vor Weihnachten vorliegen.
Nach den Legionellenerkrankungen in Warstein hatte das MKULNV eine landesweite Untersuchung in 20 Kläranlagen veranlasst. Dazu gehörte auch die städtische Kläranlage in Kreuztal.

Weniger gefährlich als in Warstein

Dabei wurden in den Belebungsbecken Legionellen identifiziert, die zur Gruppe der „Legionella non-pneumophila“ gehören. „Diese ist weitaus weniger gefährlich als die ‚Legionella pneumophila, Serotyp 1, Knoxville‘, die in Warstein zahlreiche, zum Teil schwere Lungenentzündungen ausgelöst hatte“, erläutert Dr. Christoph Grabe, Leiter des Fachservices Gesundheit und Verbraucherschutz des Kreises Siegen-Wittgenstein.

Legionellen sind eine Gattung stäbchenförmiger Bakterien die in unserer natürlichen Umwelt vorkommen.Grundsätzlich können Legionellen nur Erkrankungen auslösen, wenn sie über die Atemwege aufgenommen werden, etwa beim Duschen, über Rückkühlwerke oder in Whirlpools. Deshalb müssen seit diesem Jahr die Warmwasseranlagen in Wohnhäusern regelmäßig auf Legionellen untersucht werden. Durch Baden in oder selbst durch Trinken von mit Legionellen belastetem Wasser können keine Erkrankungen ausgelöst werden.

Gefahr für die Bevölkerung  außerordentlich gering

Die Gefahr, dass die Bevölkerung Legionellen im Umfeld der Kläranlage in Kreuztal einatmen könnten, ist außerordentlich gering, da die Klärbecken in der Kläranlage abgedeckt bzw. eingehaust sind. Das ist das Ergebnis eines Vorort-Termins, an dem unter anderem Dr. Martin Exner vom Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn teilgenommen hat. Exner gilt als führender Legionellen-Fachmann und hat bei der Aufklärung der Legionellen-Erkrankungen in Warstein eine wesentliche Rolle gespielt. Bei der Begehung im Klärwerk Kreuztal wurde deutlich, dass in den Belebungsbecken verfahrensbedingt nur wenig Aerosol gebildet wird. Aerosol ist ein Gemisch aus festen oder flüssigen Schwebeteilchen und einem Gas. Bis auf die Belebungsbecken sind alle Aerosolquellen im Klärwerk bedeckt und die Abluft wird gefiltert. Laut Prof. Exner besteht in Kreuztal derzeit kein Anlass zur Besorgnis.

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