Ehrungen für Hans-Heinrich Freund, Kai Langenbach und Hans-Peter Ginsberg

(wS/Burbach) Burbach – Voll war es am Sonntag im Burbacher Bürgerhaus. Schon traditionell lud Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers all diejenigen ein, die sich aktiv in die Gemeinde einbringen und sich in den zahlreichen Vereinen ehrenamtlich und über das normale Maß hinaus engagieren. „Der Jahresempfang ist immer ein guter Anlass, auf das vergangene Jahr zurückzublicken, aber auch Anlass, nach vorne zu schauen“, so der Bürgermeister einleitend in seiner Ansprache. Doch bevor er auf die konkreten Burbacher Herausforderungen zu sprechen kam, zeichnete Ewers ein gesellschaftskritisches Bild: „Die schnelllebige Zeit und der Drang, sich ständig zu erneuern und von vorne zu beginnen, ist es das, was wir wollen? Wir alle kennen den Wunsch und die Notwendigkeit „neu anzufangen“.“ Er mahnte jedoch an, dass der Reiz des Neuen schwindet, wenn das Leben zur endlosen Aneinanderreihung von Neuanfängen wird. „Nahtlos verdrängt der eine Anfang den anderen. Und den Zauber gleich mit“, bezog er diesen auf die Schlüsselzeile „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“ aus Stufen, einem der wohl bekanntesten Gedichte von Hermann Hesse.

Hans-Heinrich Freund (l.) und Kai Langenbach (r.) mit Ehefrau Anna Lena wurden von Bürgermeister Christoph Ewers (2 v. l.) für ihr ehrenamtliche Engagement ausgezeichnet. Es fehlt Hans-Peter Ginsberg.

Hans-Heinrich Freund (l.) und Kai Langenbach (r.) mit Ehefrau Anna Lena wurden von Bürgermeister Christoph Ewers (2 v. l.) für ihr ehrenamtliche Engagement ausgezeichnet. Es fehlt Hans-Peter Ginsberg.

Für Ewers drängten sich die Fragen auf, ob gestern wohl alles besser war und aller Fortschritt Gift ist? „Ganz sicher nicht und ich bin weit davon entfernt, so zu denken. Aber eines scheint mir festzustehen: Dem urmenschlichen und sowohl für technischen Fortschritt als auch für die Entwicklung der einzelnen Persönlichkeit erforderlichen „gesunden“ Wunsch nach Veränderung, nach etwas Neuem steht auf der anderen Seite heute der durch unsere in allen Lebensbereichen ökonomisierte Welt und der durch Wohlstand und Konsum getriebene Zwang zur ständigen Veränderung und Erneuerung entgegen, dem man sich kaum entziehen kann, der oft den Takt des eigenen Lebens und damit auch das Zusammenlebens in unserer Gesellschaft, in unserer Gemeinde, in unseren Dörfern bestimmt.“ Ewers zog als Fazit seiner Ausführungen, dass Gesellschaft den Mut haben sollte, etwas Neues zu wagen. Aber nicht um des Neuen selbst willen. „Das Neue muss der Weiterentwicklung des Miteinanders dienen und damit der Beständigkeit von Beziehungen in unseren Vereinen, Institutionen, in unseren Dörfern. Das Neue muss dazu dienen, Bindungen zu stärken und zu sichern. Das Neue kann auch manchmal darin liegen, Altes neu zu beleben.“ Für ihn bedeute nachhaltige Erneuerung auch Zeit für Wachstum sowie Geduld und Gelassenheit: „Tugenden, die man der Schnelllebigkeit unserer Zeit entgegensetzen muss.“

Für Burbach selbst war wohl die größte Herausforderung der Umgang mit den Flüchtlingen in der Aufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Siegerlandkaserne. Ewers machte deutlich, dass es eine große Welle der Hilfsbereitschaft, gerade auch nach den Vorfällen im vergangenen Jahr gegeben habe und immer noch gibt. „All denjenigen, die sich vorbildlich für die Betreuung der Flüchtlinge eingesetzt haben, möchte ich herzlich danken.“ Natürlich habe es auch weniger gute Vorkommnisse gegeben, die, so betonte er, auch nicht negiert werden dürften, jedoch gelte es dann, mit den vorhandenen rechtstaatlichen Mitteln, und nur mit diesen, dagegen vorzugehen. „Die Beteiligung an oberflächlichen Diskussionen trägt unterschwellig zu einem Klima des Misstrauens und der Ablehnung bei, das dem gesellschaftlichen Zusammenhalt schadet und unserer christlichen Verantwortung nicht gerecht wird.“ Er habe jedoch den Eindruck, dass es in Burbach gemeinsam gelungen ist, eine gute Grundlage für einen sachlichen, differenzierten und menschlichen Umgang mit dieser Herausforderung zu legen. „Jetzt wird es darum gehen, diesen Weg zu stärken und zu verstetigen und dabei bitte ich um vielfältige Mithilfe.“

Neben der Festansprache gehört zum Programm des Jahresempfangs die Auszeichnung verdienter Persönlichkeiten. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich der Rat der Gemeinde Burbach einstimmig für die Ehrung von Hans-Heinrich Freund aus Lützeln ausgesprochen. Der begeisterte Fußballer trat am 01. Januar 1964 in den Fußballverein Sportfreunde Lützeln ein, wo er als aktiver Spieler tätig war. Anfang der siebziger Jahre war er Kassierer in der damaligen Alte Herren Lützeln. Dieses Amt begleitete er bis in das Jahr 1977. Nach der Fusion (1970) der Sportfreunde Lützeln zur Sportgemeinschaft Hickengrund war Hans Heinrich Freund von 1979-1982 als 2. Vorsitzender tätig.

Seit 1984 bis heute ist Freund aktiver Schiedsrichter für die SG Hickengrund. Seit 2003 darüber hinaus Abteilungsleiter der Alte Herren SG Hickengrund, Abteilung Lützeln. Zusätzlich hat er im Oktober 2013 den Vorsitz des Fördervereins Sport bei der SG Hickengrund übernommen. Für dieses langjährige Engagement erhielt Hans-Heinrich Freund die Silbermedaille der Gemeinde Burbach.

Für besonderes ehrenamtliches Engagement wurden außerdem Kai Langenbach aus Würgendorf und Hans-Peter Ginsberg aus Wahlbach ausgezeichnet. Langenbach, hauptberuflich im Rettungsdienst aktiv, setzt sich zusammen mit der Arbeitsgruppe Ersthelferkonzept Gemeinde Burbach für die flächendeckende Ausstattung der Dörfer mit Defibrillatoren ein. Durch sein Engagement konnten im vergangenen Jahr die ersten neun Geräte angeschafft werden. Gleichzeitig wurden im Rahmen von drei Informationsabenden gezeigt, wie die Geräte funktionieren und unter dem Motto „Prüfen – Rufen – Drücken“ geübt, was zu tun ist, wenn Anzeichen für einen plötzlichen Herztod vorliegen.

Hans-Peter Ginsberg kümmert sich um die Belange der Flüchtlinge in der Notunterkunft. Seit Bestehen der Einrichtung ist er dabei und sorgt dafür, dass Unterstützung und Hilfe geleistet wird. So hat er die Kleiderkammer mit aufgebaut, Deutschkurse organisiert und den Besuch von Gottesdiensten ermöglicht. Hans-Peter Ginsberg ist inzwischen als Koordinator der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit eingesetzt und kümmert sich um die Vernetzung und Entwicklung neuer Angebote zusammen mit dem DRK. Aufgrund eines Urlaubs konnte er die Auszeichnung nicht persönlich entgegen nehmen. „Das holen wir aber nach, wenn er wieder da ist“, sagte Christoph Ewers.

Neben Ehrungen und Festansprache rundete eine vielschichtiges Programm den Jahresempfang ab. Für den musikalischen Teil sorgten die Concordia Chöre Gilsbach. Die verschiedenen Kindertanzgruppen des TSV Burbach bewiesen ebenfalls ihr Können und machten damit eine gute Werbung für den Verein, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Mechthild Ermert-Heinz und Andreas Stelzig von der Burbacher Gemeinschaftsschule stellten in ihrem Beitrag heraus, wie die Verknüpfung zwischen Schulen und Vereinen gelingen kann und seitens der katholischen Kirchengemeinde übermittelte Pfarrer i.R. Hans-Rudolf Pietzonka die besten Wünsche. Traditionell eröffnete Rudi Georg als stellvertretender Bürgermeister den Jahresempfang und begrüßte die Gäste. Für das leibliche Wohl sorgte die Backesgruppe des Heimatvereins „Alte Vogtei“ Burbach.

Foto: Gemeinde Burbach

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