Findungskommission der Philharmonie hat Vorauswahl für Chefdirigenten-Posten getroffen

Ido Arad, Stefanos Tsialis und Nabil Shehata wurden aus 200 Bewerbern ausgewählt

(wS/red) Hilchenbach 14.07.2018 | Ido Arad (Berlin), Stefanos Tsialis (Athen) und Nabil Shehata heißen die drei Anwärter auf den Posten des Chefdirigenten der Philharmonie Südwestfalen, die die Findungskommission aus rund 200 Bewerbern ausgewählt hat.

Nachdem Charles Olivieri-Munroe sich am 7. Juli vom heimischen Publikum als Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen verabschiedet hat, steigt die Spannung, wer ihm nachfolgen könnte. Das Besetzungsverfahren ist in vollem Gange und wird bis zum Jahresende abgeschlossen. „Dass in der Fachwelt ein großes Interesse an der künstlerischen Leitung des Landesorchesters NRW bestehen würde, haben wir vermutet, dass nahezu 200 Bewerber ihren Hut in den Ring werfen würden, hat dann aber selbst uns überrascht“, sagt Landrat Andreas Müller, Vorstand des philharmonischen Trägervereines. Besonders freut ihn, dass die hohe Anzahl hochqualifizierter Kandidaten auch den nationalen wie internationalen Stellenwert der Philharmonie belegen.

Philharmonie Südwestfalen (Archivbild: Kay-Helge Hercher)

Rund 35 Bewerber hatte die Findungskommission in die engere Auswahl genommen. Diese stellten sich dem Orchester in einem Probedirigat vor. Nach erneuten Gesprächen mit einigen besonders interessanten Kandidaten konnten drei Dirigenten benannt werden, die die Gelegenheit erhalten werden, sich der Region vorzustellen. „Es handelt sich um herausragende Persönlichkeiten, Musiker und Dirigenten, die international bereits eine hohe Reputation besitzen“, sagt der Landrat:

Nabil Shehata ist der Chefdirigent der Münchener Kammeroper. Der Sohn deutsch-ägyptischer Eltern erreichte zunächst auf dem Kontrabass nahezu alles, was dort möglich ist: nach dem Gewinn des ARD-Wettbewerbes wurde er Solobassist der Berliner Philharmoniker. Nach dem Ausscheiden aus diesem Spitzenorchester konzentrierte er sich auf seine Karriere als Dirigent und leitete bereits zahlreiche hervorragende Klangkörper gastweise. Eine besondere Prägung erfuhr er zudem als langjähriges Mitglied des West-Eastern Divan Orchestras, in dem der berühmte Dirigent Daniel Barenboim junge Musiker aus dem gesamten Nahen Osten musikalisch zusammenbringt.

Nabil Shehata (Fotos: Philharmonie)

Stefanos Tsialis ist Chefdirigent des Athener Staatsorchesters und leistete dort in den vergangenen Jahren weit über das Dirigentenpult hinausgehende äußerst professionelle Arbeit. Der sprachgewandte Sohn dänisch-griechischer Eltern kann bereits auf eine lange Reihe von internationalen Gastdirigaten schauen und sammelte bereits in den Orchestern von Meiningen und Gotha Leitungserfahrung. Zahlreiche CD- und TV-Produktionen auf mehreren Kontinenten belegen seine erfolgreiche Karriere. Eine besondere Affinität zur Musik seines Landsmannes Mikis Theodorakis ergänzt sein ohnehin schon breites Repertoire.

Stefanos Tsialis

Ido Arad ist Amerikaner, wuchs allerdings in Israel auf. Nach dem Studium konnte er schnell Anstellungen in Freiberg und Bremerhaven erlangen. Seit der Saison 2016/17 ist er Kapellmeister und Assistent des Generalmusikdirektors an der Deutschen Oper Berlin, einem der führenden Häuser der Bundeshauptstadt. Gastdirigate runden seine Biographie ab und trugen dazu bei, dass er sich bereits in jungen Jahren ein großes sinfonisches wie Opern-Repertoire aneignen konnte.

Ido Arad

Alle drei Kandidaten werden nun Ende des Jahres zu Konzertproduktionen nach Siegen-Wittgenstein eingeladen. Dann erhält auch das heimische Publikum die Gelegenheit, die vielversprechendsten potentiellen Nachfolger in Aktion zu erleben:

Am 2. November leitet Ido Arad (Berlin) das Sinfoniekonzert im Apollo-Theater in Siegen.

Ihm folgt Stefanos Tsialis (Athen), der das Konzert am 30. November ebenfalls im Apollo-Theater dirigiert.

Eine Woche später, am 7. und 8. Dezember, finden zwei Weihnachtskonzerte im Apollo statt, bei denen Nabil Shehata aus München am philharmonischen Pult stehen wird.

Nach intensiver Beratung mit dem Orchester und der eingesetzten Findungskommission plant der Vorstand des Trägervereins, sich danach zeitnah für einen der drei Kandidaten zu entscheiden.

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