Die Brückenbauer von Netphen-Dreis-Tiefenbach

(wS/red) Netphen 06.09.2019 | Die Brückenbauer von Netphen – Zusammenarbeit von Stadt und Universität stärken

Die Sperrung der Fußgängerbrücke unter der K5 in Dreis-Tiefenbach bewegt viele Gemüter, nicht nur in Dreis-Tiefenbach. Diese 20,5 m lange Brücke wurde 1987 zur Erreichbarkeit des Bolzplatzes „in der Stockwiese“ aus einer alten Kranbahn errichtet. Seitdem gilt sie für Dreis-Tiefenbacher als unverzichtbar, erschließt sie jetzt auch den Erholungsraum Sieg-Aue. Ein gemeinsames Projekt von Stadt Netphen und Universität Siegen kann da nach Einschätzung der CDU Abhilfe schaffen.

Im Rhythmus von drei Jahren werden Brücken einer Prüfung nach DIN 1076 unterzogen. Im Jahr 2015 erhielt die Brücke bereits die Note 3,4 (nicht ausreichender Zustand). Ende 2018 erhielt die Brücke die schlechteste Note mit 4,0 (ungenügender Zustand) und dem Hinweis auf dringende sofortige Instandsetzung und umgehende Sperrung.

Zur Stadtentwicklungsausschusssitzung im März gab es zunächst eine Ortsbesichtigung und anschließend wurde in der Sitzung die Vorlage der Stadtverwaltung Netphen zur Brücke diskutiert. Aufgrund der Mängel mit durchgerosteten Blechen und Stahlträgern mit Rostansatz, rissigen Holzbohlen, geschwächten Nieten usw. ist die Verkehrssicherheit der Brücke nicht mehr gegeben. Im Verwaltungsvorschlag wurden geschätzte Kosten von 125.000 Euro für einen Neubau der Brücke veranschlagt. In der Sitzung wurde kontrovers diskutiert ob die Brücke überhaupt notwendig ist oder nicht. Weiter wurde beanstandet, dass bei den veranschlagten Kosten eine Brücke entstehen soll die, aufgrund des Gefälles keine Barrierefreiheit haben soll. Der Beschlussvorschlag wurde dann mit knapper Mehrheit abgelehnt. Danach gab es großen Widerstand aus der Bevölkerung und eine Unterschriftenliste die sich für den Erhalt der Brücke ausspricht. Dies war Thema einer Ratssitzung wo dann mehrheitlich entschieden wurde,das Thema der Brücke für Dreis-Tiefenbach mit neuen Vorschlägen erneut im zuständigen Stadtentwicklungsausschuss zu behandeln.

Aufgrund öffentlich gewordener Entwürfe der Universität Siegen zum Brückenneubau in Bad Laasphe hat die CDU Netphen über ihren Vorsitzenden und Bürgermeisterkandidaten Sebastian Zimmermann und Alfred Oehm, Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses, Kontakt mit dem Hochschullehrer für Tragkonstruktion, Prof. Dr. Ing. Thorsten Weimar,aufgenommen. Gestern wurde dann bei einem Ortstermin mit Prof. Weimar und zwei seiner wissenschaftlichen Mitarbeiter die Brücke besichtigt. Eingeladen hatte der CDU Stadtverband neben eigenen auch Parteikollegen der FDP, UWG und Grünen, die am Termin teilnahmen.

Aufgrund der Betrachtung vor Ort wurden unterschiedliche Lösungsvorschläge angedacht. Neben der Idee zum Neubau der Brücke wurden auch Überlegungen gemacht die vorhandene Brücke zu reparieren indem verrostete Teile entfernt, bestehende Stahlkonstruktionen verstärkt und einer Oberflächenbehandlung unterzogen werden könnten. Weiter sollte geprüft werden inwieweit man durch Nutzung des Geländes für eine Rampe oder ähnliches die Brücke zumindest annähernd barrierefrei machen kann. Prof. Weimar sieht hier unterschiedliche Möglichkeiten und stellte in Aussicht, zu dem Vorhaben einen Kurzentwurf im Masterstudiengang Architektur entwerfen zu lassen.

„Die CDU dankt Prof. Weimar und seinen Mitarbeitern für die zunächst mündliche Einschätzung“, so Sebastian Zimmermann. Da für eine erneute Behandlung des Themas Brücke im zuständigen Ausschuss neue Ideen gefragt seien, freue man sich darauf, die Vorschläge der Universität zu sehen. Dass es, ähnlich wie in Bad Laasphe, auch kleine Prämien für die Entwurfsgestaltung im Rahmen eines Wettbewerbs durch die Fraktionen geben könne, schätzte Zimmermann optimistisch ein. Durch die Nähe Netphens zur Universität Siegen sollte man auch in anderen Projekten die wissenschaftliche Beratung nutzen, was seiner Meinung nach in der Vergangenheit zu kurz gekommen sei.


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