Ministerin Ina Scharrenbach beeindruckt von Engagement

(wS/red) Bad Berleburg 05.06.2020 | Ministerin Ina Scharrenbach beeindruckt von Engagement

Ina Scharrenbach, NRW-Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, besuchte Bad Berleburg zu einem Arbeitstermin. Sie war begeistert von den Ideen und Umsetzungsbeispielen zum nachhaltigen Bauen mit Holz.

Bürgermeister Bernd Fuhrmann hatte im Herbst zahlreiche Experten zu einer Projektgruppe eingeladen, um gemeinsam unterschiedliche Ideen zur nachhaltigen Verwendung von Holz aus der Region, vor allem Kalamitätsholz bzw. „Käferholz“, zu entwickeln und umzusetzen. Damit will er die Waldeigentümer angesichts der wirtschaftlichen Folgen von Trockenheit und Borkenkäferbefall unterstützen, die Wertschöpfung mit dem heimischen Rohstoff stärken und nachhaltiges Bauen mit Holz vorantreiben.

Lothar Kuhmichel, Sascha Böhl, Holger Saßmannshausen, Manuel Spies, Mario Sonneborn, Colette Siebert, Wolfgang Grund, Klaus Uwe Daum, Bernd Fuhrmann, Heiko Jung, Manfred Gertz, Jens Steinhoff, Ina Scharrenbach, Anke Fuchs-Dreisbach, Gerd Schneider, Johannes Röhl (v.l.) weihen gemeinsam die Sitzwürfel im Bürgerhaus Bad Berleburg ein

Mit der Verwendung von wiederverwertbaren Baustoffen und der Rückführung in den ökologischen Kreislauf beschäftigt sich die Netzwerkgruppe „Käferholz“ in Bad Berleburg, bestehend aus Vertretern des Landesbetriebes Wald und Holz NRW, Regionalforstamt Siegen-Wittgenstein (Manfred Gertz, Klaus Uwe Daum) und der Wittgenstein-Berleburg‘schen Rentkammer (Johannes Röhl, der Waldbesitzervereinigung Wittgenstein, den Holzbaubetrieben „Kuhmichel-Holz“ (Lothar Kuhmichel, Nils Kuhmichel), und „Blockhaus Typen“ (Sascha Böhl, Mario Sonneborn), dem Jugendförderverein Bad Berleburg (Heiko Jung, Holger Saßmannshausen), dem Heimatverein Landwirtschaft und Brauchtum Bad Berleburg (Klaus Uwe Daum) und der Stadt Bad Berleburg (Steffi Treude, Colette Siebert, Wolfgang Grund, Manuel Spies). Oberstes Ziel ist die Erhaltung von Natur und (Wald-)Kulturlandschaft.

Colette Siebert, Sascha Böhl, Holger Saßmannshausen, Mario Sonneborn, Heiko Jung, Wolfgang Grund, Anke Fuchs-Dreisbach, Ina Scharrenbach, Manuel Spies, Manfred Gertz, Klaus Uwe Daum, Johannes Röhl, Bernd Fuhrmann, Jens Steinhoff, Lothar Kuhmichel, Gerd Schneider (v.l.)

Der Ideenreichtum aus der Bad Berleburger Netzwerkgruppe stößt mittlerweile auch in den Landesbehörden in Arnsberg und Düsseldorf auf offene Ohren. Jüngst nahm die NRW-Kommunalministerin Ina Scharrenbach die Einladung von Bürgermeister Bernd Fuhrmann an und kam zu einem Arbeitsbesuch gemeinsam mit der Netzwerkgruppe und der Landtagsabgeordneten Anke Fuchs-Dreisbach nach Bad Berleburg.

Mit den neuen Nachhaltigkeits-Sitzwürfeln aus Käferholz gelingt auch ein Gruppenfoto in Coronazeiten, Ina Scharrenbach, Gerd Schneider, Bernd Fuhrmann

Da Käferholz aus heimischen Waldbeständen im lokalen Holzbau ohne Einschränkungen bereits Verwendung findet, präsentierte die Netzwerkgruppe während des Besuchstermins ausgewählte Projektbeispiele aus verschiedenen Ortsteilen. Am Bürgerhaus in Bad Berleburg startete die Besichtigung mit Beispielen zur Frischholzverarbeitung, zur Verwendung beim geplanten Neubau von kommunalen Wegebrücken im Stadtgebiet und zur Verwendung im Blockhausbau. Der Holzbetrieb „Blockhaus-Typen“ hatte kurzerhand ein Blockhaus als Modell auf dem Marktplatz vor dem Bürgerhaus aufgestellt, das teilweise aus Käferholz gefertigt ist. „Das öffentliche Interesse an der Holzbauweise steigt weiter an“, so Inhaber Sascha Böhl. „Deshalb geht es natürlich auch darum, die Möglichkeiten und Vorteile von Holzgebäuden den Menschen noch deutlicher zu machen.“

Volker Sonneborn, Bernd Fuhrmann, Manuel Spies, Ina Scharrenbach, Wolfgang Grund, Christoph Koch, Anke Fuchs-Dreisbach, Kai-Uwe Jochims, Waldemar Kiel (v.l.) beim „Einfegen“ des Vorplatzes am Gebäude „Via Adrina“ in Arfeld

Auch im Bürgerhaus steht der Einsatz von Holz aus heimischen Beständen im Vordergrund, z.B. in der Ausstellung des Naturparkportals Sauerland-Rothaargebirge. Die Ausstattung im Bürgerhaus wird künftig durch 17 neue Sitzwürfel aus Käferholz bereichert, deren Einweihung gemeinsam mit der Ministerin ebenfalls auf dem Besuchsprogramm stand. Warum auf den aus öffentlichen Mitteln geförderten Sitzwürfeln die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung abgebildet sind, verdeutlichte Bürgermeister Bernd Fuhrmann zu diesem Anlass: „In unserer Kommune, die von einer bundesweiten Jury als nachhaltigste Kleinstadt Deutschlands 2020 ausgezeichnet worden ist, machen wir uns gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern auf den Weg, um die Nachhaltigkeitsziele zu verfolgen.“

Ina Scharrenbach, Lothar Kuhmichel, Volker Sonneborn, Bernd Fuhrmann, Johannes Röhl (v.l.) besichtigen die Holzverarbeitung von Käferholz

Die Ministerin besuchte anschließend das Zentrum Via Adrina in Arfeld als Beispiel für Nachhaltigkeit, Bürgerengagement und innovative Stadt- und Dorfentwicklung. Im Beisein von Bürgermeister Bernd Fuhrmann, dem Beigeordneten und Projektleiter Volker Sonneborn, dem Ortsvorsteher Kai-Uwe Jochims, dem Gemeinschaftsvereins-Vorsitzenden Waldemar Kiel und dem Löschgruppenführer Marwin Schneider zeigte sich die Ministerin beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement bei der Herstellung des Zentrums Via Adrina und des Feuerwehrgerätehauses sowie vom Aufbau des massiven Holzbaues mit vielen Details Wittgensteiner Handwerkskunst. Da von den letzten Bauarbeiten noch Pflasterfugensand auf dem Gebäudevorplatz lag, nutzte die Ministerin spontan die Gelegenheit, auch persönlich Sand in die Fugen des neuen Arfelder Dorfplatzes zu kehren.

Natürlich gehören auch Wisente aus Holz zu Bad Berleburg, Ina Scharrenbach, Heiko Jung, Bernd Fuhrmann, Lothar Kuhmichel (v.l.)

Die Besichtigungstour fand ihren Abschluss im Ortsteil Weidenhausen. Der dort ansässige Holzbaubetrieb Lothar Kuhmichel stellte seinen Betrieb sowie Holzbauprojekte mit besonders energieeffizienter und flächenschonender Auslegung von Gebäuden vor.

Ministerin Ina Scharrenbach zeigte sich abschließend überzeugt von dem Ansatz des Netzwerks „Käferholz“ in Bad Berleburg. „Wenn hier künftige Projekte mit regionalem Holz umgesetzt werden, ist das ein innovativer und nachhaltiger Weg“, zog sie ihr Fazit des Besuches.

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