AWO und Caritas unterstützen pflegende Angehörige passgenau

(wS/red) Siegen 16.10.2020 | Zeit und Erholung für mich – Kuren für pflegende Angehörige in Nordrhein-Westfalen

Auch im Kreis Siegen-Wittgenstein gibt es qualifizierte Kurberatungsstellen, die pflegenden Angehörigen helfen, eine Kurmaßnahme zu beantragen.
Siegen-Wittgenstein. Sie sind sehr oft enormen Belastungen ausgesetzt: Menschen, die ihre Angehörigen zu Hause pflegen. Zwar haben sie einen gesetzlichen Anspruch auf eine Kur, doch viele wissen dies nicht oder haben Angst, dass die Versorgung des Angehörigen nicht gesichert ist. Pflegenden Angehörigen den Zugang zu einer Kur zu erleichtern und die Versorgung von Pflegebedürftigen daheim oder am Kurort sicherzustellen, das ist das Ziel eines Landesprogramms, das NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann gemeinsam mit dem Caritasverband für das Erzbistum Paderborn, der AWO Kur und Erholung Dortmund und dem Heilbäderverband vorgestellt hat.

In Zusammenarbeit mit den Kurberatungsstellen der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege NRW wurde in dem Projekt eine fast flächendeckende Beratungsstruktur aufgebaut.
Auch die Kurberatungsstellen des AWO Kreisverbandes Siegen-Wittgenstein/Olpe und der Caritas Siegen-Wittgenstein e.V. in Siegen wurden im Rahmen des Projekts qualifiziert. Die dortige Kurberatung steht pflegenden Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite. Die Kurberaterinnen Monika Jung-Bieker von der AWO und Brigitte Rudat von der Caritas kümmern sich nicht nur um passgenaue Angebote, sondern wissen auch, wie die Versorgung der pflegebedürftigen Familienmitglieder während der dreiwöchigen Kur gesichert werden kann. Je nach Bedarf können Pflegebedürftige mit in die Klinik fahren, in einer nahegelegenen Einrichtung der Kurzzeitpflege oder am Wohnort versorgt werden. „Eine Kur kann pflegenden Angehörigen die dringend benötigte Erholung bringen und helfen, ihre Gesundheit zu erhalten“, erklärt Monika Jung-Bieker. „Dann können diese gestärkt wieder dem Alltag begegnen.“

„Pflegende Angehörige übernehmen tagaus, tagein bedingungslos die Verantwortung für ihren Angehörigen. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, dass sie in einer Kur zu neuer Kraft und Stärke finden können“, sagt Minister Karl-Josef Laumann. Mit dem Landesprogramm ‚Zeit und Erholung für mich – Kuren für pflegende Angehörige in Nordrhein-Westfalen‘ fördern wir ein Projekt, welches mir persönlich ein starkes Anliegen ist.“
Während der Corona-Pandemie waren Vorsorge- und Rehabilitationskliniken kurzzeitig geschlossen, inzwischen haben sie nach Umsetzung strenger Hygienekonzepte wieder geöffnet. Auch die Beratung erfolgt unter sorgfältiger Beachtung von Hygiene- und Abstandsregeln. „Die Corona-Pandemie hat viele pflegende Angehörige an ihre Belastungsgrenzen gebracht“, sagt Minister Karl-Josef Laumann.

„Grund war der zeitweise Wegfall von Einrichtungen der Tagespflege oder von Betreuungsgruppen. Doch bei aller Fürsorge darf die eigene Gesundheit nicht vergessen werden! Auch deswegen wird jeder, der in Kur geht, auf COVID-19 getestet – entweder zuvor beim Hausarzt oder bei Antritt der Kur in der Klinik.“
In Nordrhein-Westfalen gibt es rund 770.000 Personen, die Pflege benötigen. Mehr als zwei Drittel der Betroffenen werden von ihren Angehörigen oder anderen Bezugspersonen zu Hause gepflegt. Diese oft unterschätzte Belastung bleibt nicht ohne Folgen: „Pflegende Angehörige sind oftmals körperlichen, psychischen, finanziellen und sozialen Belastungen ausgesetzt; eigene Bedürfnisse werden zurückgestellt“, erklärt Kurberaterin Brigitte Rudat. Sie empfiehlt, sich bei spätestens bei Anzeichen von Erschöpfung beraten zu lassen.

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