Spitzenmedizin gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs: Professor Dr. Mohammad Golriz – Expertise und neue Wege im Diakonie Klinikum

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(wS/dia) Siegen 25.02.2026 | Dass die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs kein zwangsläufiges Todesurteil mehr bedeutet, das verdeutlichte Professor Dr. Mohammad Golriz vor mehr als 100 Gästen bei einem Patiententag im Hörsaal des Diakonie Klinikums Jung-Stilling. Der Ärztliche Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie an den Standorten Siegen, Freudenberg und Kirchen bekräftigte, dass Betroffene an erfahrenen Zentren Hoffnung schöpfen können: „Die Kombination aus hoher chirurgischer Expertise, interdisziplinärer Teamarbeit und modernster Infrastruktur macht hochkomplexe Behandlungen, wie sie bei Pankreaskrebs vonnöten sind, möglich.“

„Wir möchten Ihre Sorgen verstehen und Wege einschlagen, die medizinisch sinnvoll und menschlich tragfähig sind.“ Mit diesem Satz begrüßte Golriz die Gäste – und sagte: „Nach epidemiologischen Prognosen könnte das Pankreaskarzinom bis zum Jahr 2030 nach Lungenkrebs zur zweithäufigsten krebsbedingten Todesursache in westlichen Industrienationen werden und damit Darm- und Brustkrebs überholen.“ Dies sei neben der weiterhin ungünstigen Prognose vor allem auf den demografischen Wandel, die zunehmende Verbreitung von Diabetes und Adipositas sowie das Fehlen von effektiven Früherkennungsprogrammen zurückzuführen. Pankreaskrebs ist tückisch, da er oft erst in einem späten Stadium Symptome hervorruft. Meist wird ein Tumor als Zufallsbefund entdeckt. Doch obwohl das Pankreaskarzinom mit zur aggressivsten Krebsart zählt, machte Golriz Mut: „Die Fortschritte in der Medizin und die Expertise erfahrener Chirurgen erlauben es uns Patienten zu behandeln, die lange Zeit als inoperabel galten.“ Dank der spezialisierten Erfahrung kann Prof. Golriz mit seinem Team selbst viele Menschen mit komplizierten Krebserkrankungen vom Tumor befreien: „Damit das gelingt, arbeiten alle dafür nötigen Fachdisziplinen Hand in Hand.“ Am Ev. Jung-Stilling-Krankenhaus in Siegen sorgt sich das fachübergreifende „OnkoCareTeam“ um Betroffene. Dieses besteht aus Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten, regionalen Versorgungsanbietern und weiteren Experten. Gemeinsam bieten sie den Patienten eine umfassende Betreuung – vor, während und nach einer Krebsbehandlung. Golriz: „Sobald ein Betroffener Kontakt zu einem dieser Mitglieder aufnimmt, startet die Versorgungskette, und die Patienten werden rundum begleitet.“ Die breit aufgestellte Expertise belegt auch das Interdisziplinäre Onkologische Zentrum (IOZ) am „Stilling“, das von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert ist und die von ihr festgelegten Qualitätskriterien erfüllt. „Hier unterliegen wir einer regelmäßigen, objektiven und unabhängigen Qualitätskontrolle“, so Golriz.

Die Bauchspeicheldrüse ist für den Menschen überlebenswichtig. Ihr kommt eine Doppelfunktion zu, indem sie Enzyme zur Verdauung von Speisen produziert und Hormone wie Insulin zur Regulation des Blutzuckerspiegels ausschüttet. Warum Bauchspeicheldrüsenkrebs so komplex ist, brachte Prof. Golriz anhand von Skizzen näher. Das Organ wird anatomisch in die drei Abschnitte Kopf, Körper und Schwanz gegliedert. Die Drüse befindet sich in direkter Nähe zum Zwölffinger- und Dünndarm, zum Magen, zur Leber, Gallenblase, Nebenniere und Milz. Zudem ist sie von wichtigen Blutgefäßen umgeben. Ist die Bauchspeicheldrüse von einem Tumor befallen, ist es diesem möglich, sich auf die Nachbarorgane und -Gefäße auszubreiten. Golriz: „Um die Heilungschancen zu erhöhen, müssen wir bei einem Eingriff daher großflächig operieren.“ Neben dem tumorbefallenen Organstück werden oft auch der Zwölffingerdarm und die Milz mit entnommen. Auf die operative Entfernung (Resektion) folgt in vielen Fällen die Wiederherstellung (Rekonstruktion) der anatomischen und funktionellen Kontinuität. So werden beispielsweise nach der Pankreaskopf-Entnahme der verbleibende Anteil der Bauchspeicheldrüse, der Gallengang sowie der Magen beziehungsweise Zwölffingerdarm sorgfältig mit dem Dünndarm verbunden. Auf diese Weise wird der ungehinderte Abfluss der Verdauungssäfte gewährleistet und eine normale Nahrungsaufnahme wieder ermöglicht. Mit seinem Team setzt Golriz für diese hochmodernen chirurgischen Verfahren zunehmend roboterassistierte Verfahren ein, um eine patientenschonende und hochpräzise Tumorentfernung zu realisieren.



Für die Besucher gab es an dem Tag auch Infos zu Selbsthilfemöglichkeiten. Dazu lernten sie Michael Müller-Schwarz kennen, der die „AdP-Regionalgruppe Siegen“ (Arbeitskreis der Pankreatektomierten) leitet. Die Selbsthilfegruppe unterstützt Betroffene und Angehörige, indem sie unter anderem zu regelmäßigen Austauschmöglichkeiten einlädt und Infoveranstaltungen organisiert. „Ein ständiges Thema sind bei uns die Enzym-Präparate“, betonte Müller-Schwarz. Diese Supplemente in Kapselform sind für Patienten nach einer Bauchspeicheldrüsen-OP oft nötig und sollten zu jeder fetthaltigen Mahlzeit eingenommen werden. Betroffene und Angehörige können sich bei der Regionalgruppe melden. Kontaktdaten sind auf der Homepage unter www.bauchspeicheldruese-pankreas-selbsthilfe.de zu finden.

Nach den Vorträgen nutzten die Gäste die Gelegenheit, neben Prof. Golriz auch mit weiteren Ärzten und Mitgliedern des „OnkoCareTeams“ ins Gespräch zu kommen, darunter PD Dr. Hamidreza Fonouni, Chefarzt Hepato-Pankreatobiliäre Chirurgie, Dipl.-Biol. Oksana Kurz, Koordinatorin des Interdisziplinären Onkologischen Zentrums (IOZ), und Bernd Ginsberg, Geschäftsführer vom Siegener Sanitätshaus „begiCare57“.

Zum Bild:
Beim Patiententag „Pankreaschirurgie“ informierte Professor Dr. Mohammad Golriz, Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, die Gäste im vollbesetzten „Stilling“-Hörsaal in Siegen über Therapiemöglichkeiten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Beim Patiententag „Pankreaschirurgie“ informierte Professor Dr. Mohammad Golriz, Ärztlicher Direktor der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, die Gäste im vollbesetzten „Stilling“-Hörsaal in Siegen über Therapiemöglichkeiten bei Bauchspeicheldrüsenkrebs.

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