(wS/bb) Siegen-Wittgenstein 06.03.2026 | CDU-Bundestagsabgeordneter Benedikt Büdenbender warnt vor wirtschaftlichen Folgen – Landrat stößt Diskussion über Schutzgebiet wieder an
Die Idee eines Nationalparks im waldreichen Kreis Siegen-Wittgenstein sorgt erneut für politischen Streit. Nachdem Landrat Müller die Diskussion über ein mögliches Schutzgebiet wieder auf die Agenda gesetzt hat, kommt deutliche Kritik aus der Bundespolitik: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Benedikt Büdenbender warnt vor wirtschaftlichen Risiken für die Region.
Schon vor rund zwei Jahren sei eine ähnliche Debatte geführt worden – ohne dass sich dafür eine breite Unterstützung in der Bevölkerung abgezeichnet habe, sagt Büdenbender. Dass das Thema nun erneut aufkomme, sorge für „Verunsicherung auf vielen Ebenen“. Angesichts einer angespannten weltpolitischen Lage und wirtschaftlicher Herausforderungen bräuchten Unternehmen und Beschäftigte vor allem Planungssicherheit. Eine neue Diskussion über mögliche Einschränkungen könne hingegen Arbeitsplätze gefährden, insbesondere im Wittgensteiner Land. 2026-03-06 Nationalpark
Der Bundestagsabgeordnete sieht vor allem Risiken für Infrastruktur und künftige Entwicklungsmöglichkeiten. In anderen Nationalparkregionen seien bereits bestehende Wege und Straßen infrage gestellt worden. Eine solche Entwicklung wäre für die Region problematisch, argumentiert Büdenbender. „Schönreden hilft hier nicht weiter“, sagt er mit Blick auf mögliche Einschränkungen bei Bauprojekten und Verkehrswegen. 2026-03-06 Nationalpark
Dabei verweist der CDU-Politiker auf eine Besonderheit des Kreises: Siegen-Wittgenstein gilt als waldreichster Landkreis Deutschlands. Wirtschaftliche Nutzung und Naturschutz gingen hier bereits heute „Hand in Hand“. Gerade deshalb müsse die Region ihre Entwicklungsperspektiven behalten. 2026-03-06 Nationalpark
Zugleich stellt Büdenbender die grundsätzliche Frage nach der regionalen Akzeptanz eines solchen Projekts. Wenn ein Nationalpark tatsächlich ein Gewinn sei, müsse man sich fragen, warum bislang kein anderer Kreis in Nordrhein-Westfalen die Initiative ergriffen habe, ein solches Schutzgebiet einzurichten.
Die Debatte dürfte damit erneut an Schärfe gewinnen. Befürworter sehen in einem Nationalpark vor allem Chancen für Naturschutz, Tourismus und nachhaltige Entwicklung. Kritiker hingegen fürchten Einschränkungen für Forstwirtschaft, Infrastruktur und regionale Wirtschaftskraft.
Ob aus der wieder aufgeflammten Diskussion tatsächlich ein konkretes Projekt entsteht, ist offen. Klar ist nur: In Siegen-Wittgenstein prallen beim Thema Nationalpark erneut unterschiedliche Vorstellungen darüber aufeinander, wie Natur geschützt – und zugleich wirtschaftliche Entwicklung gesichert – werden kann.

Benedikt Büdenbender kritisiert Vorstoß des Landrats zum Nationalpark – Foto: CDU
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