ABDA-Präsident Preis: „Apothekensterben muss endlich aufhören“ – Honorarerhöhung gefordert

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(wS/ots) Kreuztal 03.06.2026 | Die Versorgung der Patientinnen und Patienten in Deutschland könnte schneller und effizienter werden, wenn Apothekerinnen und Apotheker mehr Kompetenzen in der Primärversorgung übernehmen würden. Das ist die zentrale Botschaft der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände zum diesjährigen Tag der Apotheke am 7. Juni 2026. Unter dem Motto „Dienstleistungen heute, Primärversorgung morgen“ legt der Verband ein neues Positionspapier mit dem Titel „Die zukünftige Rolle der Apotheke in der Primärversorgung“ vor – und will damit eine Debatte in Politik, Gesellschaft und Gesundheitswesen anstoßen.

Was ist Primärversorgung?

Primärversorgung ist definiert als erste Anlaufstelle im Gesundheitssystem – also dort, wo Menschen zuerst Hilfe suchen, wo häufige Gesundheitsprobleme behandelt werden und wo man sie berät, begleitet und bei Bedarf weiterverweist. Das ABDA-Positionspapier geht dabei bewusst weit über die neuen pharmazeutischen Dienstleistungen hinaus, die im kürzlich vom Bundestag beschlossenen Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) enthalten sind.

ABDA-Präsident Preis: „Entscheidende Säule unseres Gesundheitssystems“

„Der demografische Wandel, globale Versorgungsengpässe und die Finanzlage der Krankenkassen sorgen für immer mehr Handlungsdruck im Gesundheitswesen“, sagt ABDA-Präsident Thomas Preis. „Eine verlässliche, niedrigschwellige und wohnortnahe Gesundheitsversorgung der Menschen in allen Regionen ist jedoch ganz zentral für menschliche Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt.“

Die Apotheken leisteten dazu einen wesentlichen Beitrag: Sie seien flächendeckend und wohnortnah vorhanden, niedrigschwellig rund um die Uhr erreichbar und böten zudem eine hochqualifizierte Beratung.

Forderung: Honorarerhöhung muss kommen

So wichtig der Blick in die Zukunft sei – das Hier und Jetzt dürfe nicht vergessen werden, betont Preis: „Mit dem in Kürze in Kraft tretenden Apothekenreformgesetz werden die Apotheken viele neue pharmazeutische Dienstleistungen anbieten können. Das sind gute und richtige Schritte auf dem Weg zu einer effektiven Primärversorgung in der Zukunft.“

Klar sei aber auch: „Neue Leistungen können den Menschen nur dann helfen, wenn das Apothekensterben endlich aufhört. Wir brauchen die seit Jahren ausgesetzte und immer wieder versprochene Honorarerhöhung dringender denn je – das muss die Grundlage jedweder Pläne zur Stärkung der Arzneimittel- und Gesundheitsversorgung durch die Apotheken sein.“

Die Zahlen 2025: Eine Bilanz in Schlagzeilen

Parallel zum Tag der Apotheke veröffentlicht die ABDA das Statistische Jahrbuch „Die Apotheke: Zahlen, Daten, Fakten 2026″. Daraus geht hervor:

  • Die Apotheken haben 2025 fast eine Million pharmazeutische Dienstleistungen (pDL) erbracht.
  • Darunter wurde fast 300.000-mal die „Erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation“ durchgeführt.
  • Rund 4.200 Apotheken – ein Viertel aller Apotheken – haben 2025 Substitutionstherapien mit ehemals drogenabhängigen Patientinnen und Patienten durchgeführt.
  • In der Herbst- und Wintersaison 2025/2026 haben die Apotheken in Deutschland fast 220.000 Erwachsene gegen Grippe (Influenza) geimpft – fast doppelt so viele wie in der Saison davor.

Hintergrund: Tag der Apotheke seit 1998

Bereits seit 1998 ruft die ABDA jährlich den Tag der Apotheke aus. Jeweils am 7. Juni wird die Öffentlichkeit auf das vielfältige Leistungsspektrum und die gesundheitliche Bedeutung der Vor-Ort-Apotheken hingewiesen.

Foto: ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

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