TSV Weißtal entfacht Aufbruchstimmung und will die Vereinskrise überwinden

wS/jk/sp – TSV Weißtal – 14.07.2012 – Die Lage beim Landesligisten TSV Weißtal ist ernst – und das nicht nur aus sportlicher Sicht nach der glücklosen Rückserie der abgelaufenen Saison, sondern auch was die Aspekte „Vereinsumfeld“ und „Finanzen“ angeht. Aus diesem Grund fand am Donnerstagabend im Landgasthof „Drei Eichen“ eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Vereins statt, bei der über 100 Mitglieder anwesend waren, um Interesse an der Zukunft des TSV zu bekunden.

Die Resonanz der außerordentlichen Versammlung bezeichnete der TSV-Vorstand als überwältigend. Schließlich war die Zukunft des Gernsdorfer Fußballvereins der einzige Tagesordnungspunkt. Die sportliche Situation ist prekär. Ein Großteil der Spieler der ersten Mannschaft, die in der Landesliga an den Start gehen soll, hat sich abgemeldet, obwohl ein Teil dieser Spieler einen Verbleib, teils sogar schriftlich, zugesagt hatte. Auch aus der zweiten Mannschaft haben sich einige Spieler abgemeldet.

Zudem hat sich der Verein von Trainer Patrick Habbel getrennt und ist noch auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Derzeit wird das Training vom Coach der Weißtaler Zweiten Achim Werthebach und von dem Akteur Sandor Karolyi geleitet. Im Laufe der Woche waren bis zu 16 Spieler im Training, unter ihnen acht Neuzugänge, zum größten Teil ehemalige Jugendspieler. Trotz der Personalengpässe wird der TSV Weißtal dennoch in der kommenden Woche beim Germanen-Cup der benachbarten Salchendorfer antreten – mit welchem Team steht noch in den Sternen.

Personalsorgen: Trainer entlassen, mehrfache Spielerabmeldungen

Im Raum stand aber die Frage, ob der TSV Weißtal überhaupt in der Landesliga antreten solle. Nach einer langen, kontroversen Diskussion wurde entschieden, dass man die Spielklasse anpeilt. Der Vorstand um den ersten Vorsitzenden Markus Kühn machte hierbei klar, dass dafür Anstrengungen in allen Bereichen erforderlich sind. Im Vereinsumfeld sucht man nach helfenden Händen, um die schwere Aufgabe bewältigen zu können.

So werden noch vier bis fünf Personen gesucht, die in einem „Beirat Sport“ aktiv sein sollen. Der Vorstand wird in den kommenden Tagen alle Hebel in Bewegung setzen, um noch einige gestandene Landesliga-Spieler zu verpflichten, damit man in der kommenden Saison eine vernünftige Rolle spielen kann. Auch wenn die Zeit knapp ist, gibt man die Hoffnung auf eine schlagkräftige Truppe nicht auf, um zumindest den Klassenerhalt in der Landesliga schaffen zu können.

Doch der TSV Weißtal ist auch finanziell angeschlagen. Immerhin bewahrheiteten sich Gerüchte um einen Besuch der Steuerfahnung auf dem Gernsdorfer Sportplatz nicht. Es handelte sich dabei lediglich um eine Betriebsprüfung des Finanzamtes, wie sie in regelmäßigen Abständen bei allen Vereinen durchgeführt wird. Fakt ist aber auch, dass der Verein aufgrund weggebrochener Einnahmen eine Deckungslücke im Etat aufweist, die durch verstärkte Bemühungen jedoch laut dem Vorstand beherrschbar sein sollte.

Programm „50×10“ soll finanzielle Krise entschärfen

Dazu wurde ein Programm ins Leben gerufen, dass sich „50 x 10“ nennt. Ziel ist es, 50 Personen zu gewinnen, die den Verein mit monatlich 10 Euro unterstützen. Dieses Programm steht unter der Federführung von Patrick Schneider. Eine wichtige Aufgabe übernimmt Thomas Schmitt, der sich um die Gewinnung und Betreuung von Sponsoren kümmern wird, wobei er administrativ von Carsten Heinemann unterstützt wird.

Während der Versammlung wurde die Frage in den Raum geworfen, welches Mitglied bereit sei einen gewissen Betrag zu spenden, um höherklassig Fußball zu spielen. Bei einer anonymen Umfrage kam ein sehr erfreuliches Ergebnis zusammen: Hauptkassierer Peter Kühn konnte sich nach Auswertung der zuvor eingesammelten Zettel mit Zusagen über einen hohen vierstelligen Betrag freuen, der dem Verein zur Verfügung steht. Der TSV-Vorstand bittet nun, die zugesagten Beträge schnellstmöglich auf folgendes Konto zu überweisen: Konto 23004294 bei der Sparkasse Siegen 46050001. Weitere Spenden sind natürlich willkommen.

Einige weitere Mitglieder zeigten Flagge und übernahmen diverse Aufgaben im Vereinsumfeld. Stefan Steiner wird den geschäftsführenden Vorstand ab sofort als weiterer zweiter Vorsitzender unterstützen. Lothar Kroh (für Gernsdorf) und Harald Pfeifer (für Rudersdorf) werden sich als Ehrenamtsbeauftragte um die Betreuung verdienter Mitglieder kümmern. Der Förderverein wird seine Aktivitäten verstärken, um mitzuhelfen, eine solide und planbare Finanzbasis zu schaffen.

Vereinsmitglieder zeigen Flagge: TSV Weißtal lebt

Die Alten Herren des TSV haben sich bereit erklärt, bei Heimspielen den Thekendienst zu übernehmen und ein Fest zu organisieren, wobei die A-Jugend-Mannschaft hier ebenfalls Unterstützung zugesagt hat. Tobias Görg wird mit Unterstützung demnächst bei Heimspielen den Bierverkauf im Aussenbereich aus einem Bollerwagen durchführen. Bereits seit langem gebucht ist das „Haus Heimat“, wo am 2. Oktober die „Schmalzler“ aufspielen, die im Vorjahr im Rahmen der 40-Jahr-Feier aufgetreten sind. Uli Heupel wird diese Veranstaltung federführend organisieren.

Als „guten Anfang“ bezeichnete der TSV-Vorstand die außerordentliche Versammlung, ärgert sich aber im Nachhinein, dass diese Versammlung nicht schon vor drei Monaten stattgefunden hat. Es sei aber deutlich geworden, dass der Verein lebt. Der Vorstand des TSV Weißtal bedankte sich bei allen Anwesenden für den offenen, teilweise auch kritisch geführten Dialog. Die erhoffte Aufbruchstimmung wurde erzeugt, nun gilt es anzupacken und loszulegen.

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