Trotz "Ententanz": Robin Wick bei "DSDS" weiter

(wS/jk) Düsseldorf/Kreuztal – Geschafft! Robin Wick aus Kreuztal hat bei der TV-Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ den nächsten Schritt in die richtige Richtung gemacht und die erste „Recall“-Hürde genommen. Im Congress Center in Düsseldorf sicherte sich der talentierte 17-Jährige das Flugticket nach Kuba, wo in der zweiten Runde insgesamt 33 Kandidaten zwei Wochen lang um den Einzug in die „DSDS“-Live-Shows kämpfen. Der „Siegerländer Jung“ bleibt auf „Superstar“-Kurs.

Robin Wick trat in der zweiten „Recall“-Folge, die RTL am Samstagabend ausstrahlte, in einer Vierergruppe vor die Jury mit Dieter Bohlen, Rapper Prince Kay One, Schlager-Sängerin Marianne Rosenberg und „MIA“-Frontfrau Mieze Katz. Zusammen mit Namensvetter Robin Felgenhauser (21) aus Frankenthal, David Petre (18) aus dem österreichischen Graz und dem Schweizer Mathys Lang (19) aus Wenslingen sang und performte der sympathische Sänger aus dem Siegerland den Song „Summer Paradise“ der kanadischen Rockband „Simple Plan“. Ein bekannter Sommer-Hit.

Daumen hoch: Robin Wick (17) hat es in die nächste "Recall"-Runde geschafft.

Daumen hoch: Robin Wick (17) hat es in die nächste „Recall“-Runde geschafft.

Die „DSDS“-Juroren winkten die Jungs durch, hatten aber auch kritische Anmerkungen zum Auftritt – unter anderem auch an Robins Tanzeinlage. Einen „Ententanz“ nannte es Jurychef Dieter Bohlen. „Ich dachte, dass ich tanzen kann“, sagt der Mädchenschwarm dazu. Er wollte „beweglicher sein, als der Mikrofonständer“, scherzt der junge Kreuztaler mit verschmitztem Lächeln nun im Exklusiv-Interview mit der „wirSiegen“-Redaktion.

Die Teilnehmer aus der Gruppe zwei der männlichen Teilnehmer im „Recall“ durften auf den 15 symbolischen Stühlen Platz nehmen. Robin Wick und David Petre blieben bis zum Ende sitzen. Das „DSDS“-Flugticket nach Kuba war damit gelöst. Robin Wick ist unter den 33 Kandidaten, die in der Karibik den Sprung in die Live-Shows schaffen können. Wir sprachen mit dem lebhaften Teenager ausführlich über seine Eindrücke vom „Recall“, die Meinungen der Jury und der Öffentlichkeit, seine Zeit bei „DSDS“ und über mögliche Zukunftsperspektiven.

Robin, du hast es in die zweite Runde des „Recalls“ geschafft. War die erste Hürde denn schwer zu nehmen?

Der „Recall“ in Düsseldorf war etwas nervenaufreibend und schwer. Am Anfang dachte ich noch: Das „wuppe“ ich schon, doch dann hatte ich echt große Bedenken gehabt, weil viele Jungs Stimmen hatten mit einem „Range“ von oben bis unten und alles hätten singen können. Mit den besten Sängern der diesjährigen Staffel in einem Raum zu sein, war schon krass. Wir wurden dann in verschiedene Gruppen eingeteilt und hatten keinen Einfluss darauf. Wenn man Pech hatte, kam man in eine Gruppe, die vielleicht nicht so cool war. Dann musste ich mich mit den anderen Kandidaten einigen, welchen Song wir singen – getreu dem Staffelmotto „Kandidaten an die Macht“, also jeder kann selbst entscheiden, welche Lieder er vorsingen möchte. Man bekommt dieses Jahr keine Songs mehr vorgeschrieben. Das hört sich erstmal cool an. Aber das Problem ist, wenn jeder Kandidat etwas anderes singen möchte, dauert die Song-Suche schon mal ein paar Stunden. Das geht dann natürlich von der Lernzeit ab.

Wie war das speziell in der Gruppe, in die du eingeteilt wurdest?

Die Einigung in der Kleingruppe auf einen Song, den wir performen wollten, war relativ kompliziert. Es dauerte drei Stunden und bis zum späten Abend, ehe wir uns für „Simple Plan“ entschieden hatten. Wenn ich ehrlich bin, stammt die Idee ursprünglich von mir. Ich hatte deren Hit „Summer Paradise“ im Hintergedanken und habe ihn meinen Mitstreitern dann auf meiner Gitarre vorgespielt. Der Song ist cool und auch nicht übertrieben schwer. Das ist ein sympathisches Lied und macht gute Laune. Da viele Gruppen krasse Balladen gesungen haben, habe ich mir gedacht, dass die Jury auch mal etwas Abwechslung haben möchte. Deswegen haben wir es mit „Summer Paradise“ von „Simple Plan“ versucht.

Was sagst du zum Jury-Urteil? War du überrascht?

Die Jury war ja geteilter Meinung. Sie fanden die Songauswahl richtig schlecht. Das hat mich etwas überrascht, weil ich dachte, die Nummer wäre cool. Das ist ja auch Geschmackssache und gerade in dieser Staffel, wo die Kandidaten die Songs auswählen, ist das ja eigentlich unsere Sache. Ob das dann nur an dem Gesang lag, dass wir weiter gekommen sind, wage ich ja zu bezweifeln. Immerhin war ein Argument der Juroren, dass man uns vorerst weiterkommen lässt, um die 14- oder 15-jährigen Mädchen nicht zu enttäuschen.

Dazu gab es zuletzt auch kritische Stimmen im Netz. Was sagst du zu der Kritik, dass du gar nicht die beste Stimme bei „DSDS“ hast und nur wegen dem Mädchenschwarm-Bonus in den „Recall“ gekommen sein sollst?

David, Robin Wick, Mathys und Robin Felgenhauer (v.li.) geben beim Recall in Düsseldorf alles. Foto: RTL

David, Robin Wick, Mathys und Robin Felgenhauer (v.li.) geben beim Recall in Düsseldorf alles. Foto: RTL

Das ist nichts als die Wahrheit. Ich bin mir dessen auch bewusst und niemand, der sagt: „Ich bin der beste Sänger“. Aber das ist Justin Bieber zum Beispiel auch nicht. Darum geht es in der heutigen Zeit schon lange nicht mehr, wer der beste Sänger ist. Das „Package“ muss stimmen. Justin Bieber spricht aufgrund seines Aussehens die Teenies an und macht coole Shows, dann ist das auch mal egal, wenn er zwei, drei Töne schief singt, solange der Rest stimmt. Außerdem haben wir bestimmt allein schon in Siegen Musiker, die weitaus besser singen können und sich über mich kaputt lachen. Aber das ist mir egal, denn sie sitzen in ihrem Hobbykeller und machen Musik oder singen in Karaoke-Bars. Da frage ich mich: Was bringt euch eure Stimme, wenn ihr nichts draus macht? Das heißt im Endeffekt: Ich bin nicht der beste Sänger, aber ich bin der mutigste. Und das unterscheidet mich von den anderen. Der Mädchenschwarm-Bonus ist nun mal da und dann nimmt man ihn gerne mit.

Zurück zum „Recall“. Die Jury war also nicht zufrieden?

Doch schon, aber sie haben sich vermutlich mehr erhofft. Sie haben auch gesagt, dass wir im Casting gut durchgekommen sind und hatten einige Erwartungen an uns. Wir konnten allerdings die Meßlatte, die die Jury gelegt hat, nicht erfüllen. Es hat aber gereicht, dass wir erstmal auf jeweils einen der 15 Stühle durften und gesanglich war die Jury im Großen und Ganzen auch einverstanden. Mein Tanz wurde noch etwas kritisiert. Ich wollte halt nicht, dass der Mikrofonständer beweglicher ist als ich. (lacht) Aber am Ende ist es – wie Dieter gesagt hat – ein „Ententanz“ geworden. Aber man kann ja immer Tanzunterricht nehmen.

Wie bewertest du den Auftritt selbst?

Mir hat es Spaß gemacht. Obwohl ich das selbst nicht so gut beurteilen kann, fand ich den Auftritt gesanglich nicht schlecht. Auch stimmungsmäßig war das in Ordnung, wir haben uns eigentlich cool bewegt.

Neu ist die Regelung mit den 15 symbolischen Stühlen. Zehrt das an den Nerven?

Ich fand es so gemütlich auf dem Stuhl und bin einfach sitzen geblieben. (lacht) Nein, im Gegenteil. Ich habe auf dem ominösen Platz mindestens sieben Stunden gesessen und dabei echt gezittert, gewackelt und mich hin und her bewegt. Ich glaube, der ganze Stuhl war richtig am schwitzen. Das ist schon hart, wenn man in der zweiten Gruppe ist und den ganzen Tag warten muss, bis die zwölfte und letzte Gruppe durch ist und man immer noch auf dem Stuhl sitzt. Denn die Stühle waren alle schon nach der fünften Gruppe besetzt. Ein gewisser Druck war also da, ich war richtig angespannt und hatte Schweiß auf der Stirn.

Auf dem langen Weg zum „Superstar“ – welche Stolpersteine gibt es da?

Die gibt es immer. Man muss nur ein Lied haben, was allen nicht passt oder mit Leuten in die eine Gruppe kommen, die charakterlich nicht zusammen passen und auf einer anderen Wellenlänge sind. Wenn man mit Kandidaten, die musikalisch ein anderes Interesse haben, zusammen eine Performance auf die Beine stellen soll, dann wird das schwierig. Zum Beispiel wenn zwei eher Schlager-Hits singen möchten, die anderen wollen rappen und man selbst bevorzugt eine Pop-Nummer, dann ist das schon krass. Es gibt auf jeden Fall viele Stolpersteine, zumal in dieser Staffel viele Jungs vertreten sind, die wie ich relativ gut singen können, relativ gut aussehen und sich vor der Kamera präsentieren können.

Das heißt, die Konkurrenz bei „DSDS“ ist größer geworden?

Auf jeden Fall. Es ist nicht mehr so wie vor zwei Jahren, wo es nur einen für die Teenie-Zeitschriften kompatiblen Jungen gibt, der es in die Live-Shows schafft. Denn „DSDS“ weiß auch immer mehr, was draußen gefragt ist. Das sind zum Beispiel diese jungen Kerle, die bei den Mädchen schon aufgrund des Aussehens gut ankommen. Von diesen Typen gibt es in der aktuellen Staffel vier bis fünf Jungs und die wollen alle in die Live-Shows. Der konzepterfüllendste Junge schafft es dann vielleicht in die Top 10. Meistens ist es dann noch so, dass der Unscheinbarste am weitesten kommt. Bisher war das bei „DSDS“ zwar noch nie der Fall, aber das kann ja dieses Jahr so sein.

Muss man daher in Rollen schlüpfen, um weiterhin auf der Castingbühne stehen zu dürfen?

Diese Konzepttypen werden natürlich bedient. Am Besten ist es aber, wenn man versucht so zu bleiben, wie man ist. Das war auch immer mein Ziel. Sobald die Kameras liefen, bin ich nie zu einem anderen Menschen geworden. Denn ich habe mir immer gesagt: Ich will fernsehen können, ohne dass ich mich selbst nicht wiedererkenne und mich frage: Wer ist das? Stattdessen ist es besser, vor dem TV-Gerät zu sitzen und zu wissen: Okay, das bin ich und habe mich nicht verändert. Man versucht zwar schon dir eine Rolle zu geben, entweder spielst du dann mit oder du hast verloren. Ich wollte aber dennoch, immer ich selbst bleiben und ich denke, das ist mir gelungen.

Teilweise waren in Teenie-Zeitschriften auch eingie private Dinge zu von dir zu lesen. Nimmt man das denn als Teilnehmer einer TV-Show in Kauf, dass man in der „Yellow Press“ ein Thema ist oder ist das „Part of the Deal“, dass man auch über sein Privatleben spricht?

Nein, du musst nicht über das Privatleben sprechen und man ist auch nicht automatisch in diesen Magazinen. Das war zwar teilweise schon privat, was da zu lesen war, aber das ist schon okay. Denn im Endeffekt profitiere ich ja auch davon. Wenn man in diesen überregionalen Zeitschriften vorkommt, ist das schon cool. Da ist es mir dann auch ziemlich egal, was da drin steht.

Es war auch zu lesen, dass du dir vorstellen kannst, als Touristikkaufmann zu arbeiten. Wäre das eine Alternative zur Musikkarriere?

Das ist richtig, diese Alternative gibt es schon. Ich finde andere Länder und andere Kulturen interessant. Man kommt in diesem Beruf auch viel herum. Falls das mit der Musik nichts wird, dann sieht man mich auf jeden Fall im Reisebüro. Dann bin ich der singende Reiseführer. (lacht)

Du hattest kürzlich ein Fantreffen in München. Was gibt es davon zu berichten?

München ist eine schöne Stadt. Da ich für Pressetermine und Shootings ohnehin dort war, habe ich zusammen mit drei anderen „DSDS“-Kollegen, unter anderem David Petre und Marc Aurel, ein Fantreffen veranstaltet. Es waren rund 400 Fans da und echte „Zerquetschungsgefahr“ geboten. Ich war positiv überrascht. Denn ich habe nicht gedacht, dass ich in München so viele Fans habe. In Köln ist es dagegen normal, dass so viele „Robstars“ kommen. Es hat viel Spaß gemacht. Die Fantreffen sind mit das Schönste an der ganzen Geschichte. München war also toll, aber in Sachen Fußball schlägt mein Herz für den BVB.

Vielleicht gibt es demnächst ja auch ein Fantreffen in Siegen. Bist du zuversichtlich, was die nahe Zukunft bei „DSDS“ angeht?

Ja, schon. Aber man muss immer realistisch bleiben: Letztlich sind wir, die 33 übrigen Kandidaten, nur kleine Fische in einem Meer voller Haie. Mein Ziel ist es natürlich weiterhin „Superstar“ zu werden. Mir ist klar, dass noch viel harte Arbeit auf mich zukommt und immer die Angst vor dem Rausfliegen mit an Bord ist. Aber man kann das schon schaffen.

Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg, Robin.

Interview: Jürgen Kirsch & Rita Lehmann
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