13 Siegerländer für viel Mut und Zivilcourage geehrt

(wS/jk) Siegen – „Zivilcourage ist auch heutzutage keine Selbstverständlichkeit“, eröffnete Landrat Andreas Müller die alljährige Ehrung für Menschen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein, die ihre Zivilcourage unter Beweis gestellt hatten. Die Kreispolizeibehörde hatte gemeinsam mit ihrem Partner AOK Südwest und dem Fußballverein FC Eiserfeld in das Medien- und Kulturhaus Lyz eingeladen, wo insgesamt 13 Personen für ihr couragiertes Verhalten ausgezeichnet wurden.

„Positiv und mutig hervorgetan“

„Menschen, die sich in besonderen Situationen besonders positiv und mutig hervorgetan haben“, so Müller. „Offenes Handeln und das Handeln ohne Rücksicht auf eigene Nachteile – das erfordert Mut“, lobte er.

13 Menschen aus Siegen-Wittgenstein wurden im Lyz für ihr zivilcouragiertes Handeln ausgezeichnet. Fotos: Kirsch

13 Menschen wurden im Lyz für ihr zivilcouragiertes Handeln ausgezeichnet. Fotos: Jürgen Kirsch

Gemeinsam mit AOK-Regionaldirektor Dirk Schneider und Maik Otto vom FC Eiserfeld, die auch das jährliche Anti-Drogen-Fußball-Turnier „Zoff dem Stoff“ ausrichten, würdigte der Landrat die spannenden Geschichten, die die couragierten Siegerländer in den letzten 12 Monaten erlebten.

Breites Spektrum an Zivilcourage

Das Spektrum dieser Storys, die jeweils zunächst von den beiden Kriminalhauptkommissaren Torsten Heider und Volker vom Hagen vom Kommissariat Vorbeugung/Opferschutz vorgestellt wurden, war vielfältig. Es reichte vom Überwältigen eines Täters mit Baseballschläger über beherztes Eingreifen und der Rettung eines Menschen bei einem Brand bis hin zu lebensrettenden Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Für Wolfgang Studentkowski war ein Notrufknopf viel Wert, als Einbrecher in seine Wohnung eindrangen.

Für Wolfgang Studentkowski war ein Notrufknopf viel Wert, als Einbrecher in seine Wohnung eindrangen.

Doch der Reihe nach: Der Freudenberger Peter Hensel eilte im Dezember 2013 einer Frau zur Hilfe, die von einem Mann mit Baseballschläger bedroht wurde. Entschlossen ging er dazwischen und konnte den Angreifer überwältigen. Dank der Hilfe des 47-Jährigen konnte der Täter von der Polizei überführt und Schlimmeres verhindert werden.

Ein Notrufknopf war für den 76-jährigen Wolfgang Studentkowski, der halbseitig gelähmt ist und im Rollstuhl sitzt, Gold wert. Als der Siegener Einbrecher im Mai dieses Jahres in seinem Haus bemerkte und sie ihm das Handy wegnahmen, war dieser Knopf sein Rettungsanker. Dadurch wurden – wenn auch über Umwege – die Ordnungshüter alarmiert. Die Täter ergriffen die Flucht.

Kinder malen Bild von Einbrechern

Alles richtig gemacht, hatten auch Lea (11) und Jan (10) aus Netphen, als Einbrecher auch das Einfamilienhaus ihrer Familie aufsuchten. Obwohl zunächst ihre älteren Schwestern im Haus vermuteten, informierten sie prompt ihre Eltern, als sie die Fremden sahen. Die Kinder halfen der Polizei: Sie malten ein Bild der Täter, von dem die Beamten begeistert waren.

Lea (11) und Jan (10) malten ein Bild von Einbrechern. Die Polizei war begeistert.

Lea (11) und Jan (10) malten ein Bild von Einbrechern. Die Polizei war begeistert.

Essen auf dem Herd sorgte für einen Brand in der Wohnung eines Bad Berleburgers, den Christian Rademacher rettet. Ohne jeden Atemschutz betrat er das verqualmte Gebäude und sorgte sich um den sichtlich alkoholisierten 78-Jährigen. Ein Großeinsatz der Feuerwehr war die Folge. Doch hätte der 23-jährige Rademacher, der eine Rauchgasvergiftung erlitt, seinen Weg zum Schützenfest fortgesetzt, hätte das Ganze auch schlimm enden können.

Belete Seyoum (37) aus Siegen verhalf der Polizei zu einem echten Coup: Der City-Galerie-Mitarbeiter sorgte dafür, dass eine Diebesbande „dingfest“ gemacht werden konnte. Als er einen Ladendetektiv beobachtete, der einen der Täter festhielt, lief er kurzerhand zum Ausgang und traf dort eine Streife an. Seyoum lotste die Beamten zu den Dieben, die schließlich festgenommen wurden.

Sohn rettet seinem Vater das Leben

Der 46-jährige Christian Hillebrandt aus Siegen sorgte sich um seinen Nachbarn, der verwahrlost in seiner Wohnung angetroffen wurde. Beherzt griff er zum Telefon und rief den Rettungsdienst.

Der 17-jährige Lukas Kring aus Neunkirchen rettete mit seinem Vater mit einer Herzdruckmassage das Leben.

Der 17-jährige Lukas Kring aus Neunkirchen rettete mit seinem Vater mit einer Herzdruckmassage das Leben.

Dakousch rettete einem 8-jährigen Jungen, der in einem Hallenbad verunglückt war, das Leben. Sein Bruder hatte ihn aus dem Wasser gezogen und die 30-Jährige beamtete das Kind, das dadurch überlebt hat. Lukas Kring aus Neunkirchen verdankt sein Vater indes sein Leben. Als dieser zusammen brach, begann der 17-Jährigen ohne jede Vorkenntnisse mit einer Herzdruckmassage.

Nina Neumann war Ersthelferin bei einem Verkehrsunfall. Ein Auto war ins Schleudern geraten und kam von der Straße ab. Die 26-Jährige aus Ruckersfeld hielt an, sicherte die Unfallstelle und kümmerte sich um die verletzte Fahrerin bis professionelle Hilfe eintraf. „Sie hat sich vorbildlich verhalten“, so die Polizeibeamten. Patrick Scheunling brachte Einbrecher in einem Tabakladen in Eiserfeld um ihre Beute.

Drogenkonsum von Mitschülern aufgedeckt

Obwohl sich der junge Mann nicht sicher war, ob es tatsächlich um einen Einbruch handelt, verständigte er an einer nahegelegenen Tankstelle sicherheitshalber die Polizei. Wieder war hier eine kriminelle Bande am Werk, die auch dank Scheunling ermittelt werden konnte und nun hinter „schwedischen Gardinen“ sitzt.

Marie Schumacher traf auf dem Schulweg einen Exibitionisten an und trat ihm entschlossen entgegen.

Marie Schumacher traf auf dem Schulweg einen Exibitionisten an und trat ihm entschlossen entgegen.

Die Schülerin Djejjza Avdili ist derweil keine „Petze“, sondern machte sich vielmehr Sorgen um ihre Mitschüler an der Hauptschule in Kreuztal-Eichen, als sie diese beim Konsum von Marihuana erwischt. Die Jugendlichen, die dann von den Lehrern erwischt wurden, sind inzwischen wieder auf der richtigen Spur angekommen.

Auf dem Schulweg traf die 16-jährige Schülerin Marie Schumacher einen Exhibitionisten an und konnte diesen durch ihr „cooles“ Auftreten in die Flucht schlagen. An dem Fußweg, den auch jüngere Schüler nutzten, hatte ein Mann offenbar seine Freude daran, sich den vorbeilaufenden Mädchen onanierend zu zeigen. Marie Schumacher schockierte dies und sie beendete das Treiben entschlossen.
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