Wanderung auf dem kulturhistorischen Lehrpfad um Ruckersfeld

(wS/hi) Hilchenbach – Bei fast sommerlichen Temperaturen und Sonnenschein schlossen sich einige Interessierte aus Freudenberg, Geisweid und Hilchenbach, der von Michael Thon geführten Wanderung durch die Kulturlandschaft Ruckersfeld an.

Neben der reizvollen und abwechslungsreichen Landschaft, die bis zum heutigen Tag weitgehend land- und forstwirtschaftlich geprägt ist, erläuterte der Wanderführer seinen Begleitern die Geschichte und den Charakter dieser typischen Kulturlandschaft des Nordsiegerlandes.

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Ausgehend vom Parkplatz Oberbach führte die Wanderung zunächst zur „Kaspareiche“, welche in unmittelbarer Nähe eines früheren Köhlerplatzes steht, der mit kleinem Immergrün bewachsen ist. Dieses findet man oft als Kulturfolger an Stätten ehemaligen menschlichen Wirkens. Die Teilnehmer hörten von Erzschürfungen und Stollen, die es früher ebenfalls in diesem Gebiet gegeben hat, wenngleich sie nie den Umfang und Ertrag bekannterer Gruben erreicht haben.

Im Weiteren Verlauf führte der Weg aus dem Hochwald heraus auf freies Feld und entlang des Höhenzuges weiter durch den Hauberg. Anhand von Schaubildern und Grafiken berichtete Michael Thon von der früher im Siegerland allgegenwärtigen Niederwaldwirtschaft, sowie der damit verbundenen Industriezweige wie Gerberei und Eisenverhüttung.

Mit Erstaunen nahmen die Teilnehmer zur Kenntnis, dass die Anfänge von Eisengewinnung sowie Ackerbau und Viehzucht in der Region höchst wahrscheinlich bis auf die Zeit der keltischen Besiedlung zurückzuführen sind. Obschon das Siegerland aufgrund von geringen Bodenwerten nicht zu den landwirtschaftlich ertragreichen Gegenden in Deutschland zählt, haben es unsere Vorfahren verstanden ihrer Umwelt den Lebensunterhalt abzutrotzen. So ist die Haubergswirtschaft mit ihrer Mehrfachnutzung, also Holz, Lohe, Getreide und Viehzucht, als eine Form von erfolgreicher generationsübergreifender Mangelwirtschaft zu verstehen.

Die zweieinhalbstündige Erlebniswanderung bei bestem Herbstwetter weckte bei den Teilnehmern viele Erinnerungen an das Naturerleben zu eigenen Kindheitszeiten. In diesem Jahr finden keine geführten Wanderungen mehr statt. Aufgrund des großen Interesses erarbeitet die Stadt Hilchenbach jedoch auch für 2015 wieder ein breites Angebot an Erlebnisführungen und -wanderungen. Informationen dazu gibt die Touristikinformation im Frühjahr bekannt.

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