Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit „Endlich ein Zuhause!“: 100. Mietvertrag abgeschlossen– ein starkes Zeichen gegen Wohnungsnot

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(wS/alf) Siegen 27.01.2026 | Seit ihrem Start im November 2022 hat die Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit
„Endlich ein Zuhause!“ (EEZ) mit finanzieller Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen und der
Europäischen Union in Siegen bereits 100 Haushalten dabei geholfen, neuen Wohnraum zu finden.
Jetzt wurde der 100. Mietvertrag in Siegen unterschrieben, berichtet Sozialarbeiterin und
Projektleiterin Lisa Assing von der Alternative Lebensräume GmbH. Die gemeinnützige Organisation
führt gemeinsam mit anderen Hilfsanbietern in Siegen ein erfolgreiches Projekt gegen
Wohnungslosigkeit durch – wissenschaftlich evaluiert und vom Kreis Siegen-Wittgenstein gefördert.
Dabei arbeiten Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen von Alternative Lebensräume GmbH,
Caritas Südwestfalen und Diakonie Soziale Dienste mit Immobilienmaklerinnen und
Immobilienmaklern zusammen. So ergänzen sich die Fachbereiche perfekt, um Menschen zu helfen.
Viele Familien und Alleinerziehende mit Kindern betroffen
Zu den 100 vermittelten Haushalten gehören laut der Ermittlung durch die Alternative Lebensräume
GmbH 52 Singles, 5 Paare, 14 Familien, 2 Geschwisterpaare und 27 Alleinerziehende. In 42 der
Haushalte lebten insgesamt mehr als 80 Kinder. Eine der größten Schwierigkeiten der Menschen in
Wohnungsnotlagen sei die finanzielle Absicherung. Ein häufiger Auslöser einer Wohnungsnotlage sei
eine Trennung, wenn der Lebensunterhalt der Personen nicht gesichert ist. In dem Fall müssten
Zuständigkeiten für die Beantragung sozialer Leistungen geklärt werden, berichtet das EEZ-Team.
„Ein weiterer Grund für Wohnraumverlust oder das Erhalten eines neuen Mietvertrages ist, dass
Bürgergeld, Wohngeld oder Unterhaltsvorschüsse viel Zeit zur Bearbeitung benötigten“, berichtet
Lisa Assing. Doch auch Kündigungen, Räumungsklagen, Eigenbedarf oder schlicht unzumutbare
Wohnverhältnisse führten in Notlagen.
Zwischen Hoffnung und Ernüchterung in einer Universitätsstadt
Gerade zum Semesterbeginn zeigt sich, wie angespannt der Siegener Wohnungsmarkt ist. Viele
Bewerbungen treffen auf zu wenige Wohnungen, und wer eine negative Schufa hat, wird oft gar
nicht erst berücksichtigt. „Viele verlieren irgendwann den Mut, weil sie nur Absagen erhalten oder
gar keine Rückmeldung bekommen“, berichtet das EEZ-Team. Hinzu kommt, dass selbst bei einer
Wohnungszusage manchmal eine Chance ungenutzt bleiben muss, weil, wie bereits erwähnt, die
Bearbeitung von Anträgen zu lange dauert, oder – wie in einem Fall – die Wohnung für eine
Förderung um lediglich 23,00 Euro zu teuer war. Umso erfreulicher ist dieser 100. Mietvertrag, der
zeigt, dass es gelingen kann.
Wege aus der Wohnungsnot bieten Vermietende mit sozialem Engagement
Denn es gibt Vermietende, die bereits mehrfach Menschen aus dem Projekt eine Wohnung zur
Verfügung gestellt haben. Von den bisher in Siegen vermittelten Wohnungen stammen 33 von
privaten Eigentümerinnen und Eigentümern, 67 aus dem Bestand von Wohnungsbaugesellschaften
oder Genossenschaften. Auffällig: Immer mehr Vermietende handeln aus sozialer Verantwortung –
oder vertrauen auf das Konzept der „Kümmerer“. Die Suche nach neuem und bezahlbarem
Wohnraum will gut vorbereitet sein, heißt es aus dem EEZ-Team: „Wir bereiten die Bewerbungen
professionell vor, unterstützen bei der Zusammenstellung der Unterlagen, Schufa oder
Einkommensnachweisen – und begleiten auch zu Wohnungsbesichtigungen. „Wir sehen den Prozess
wie eine Bewerbung um einen Job: Wer gut vorbereitet ist, hat bessere Chancen“, so das Team.
Gelingt der Vertragsabschluss, werden die Klientinnen und Klienten nicht alleine gelassen. „Wir sind
weiterhin für die Mietenden und auch für die Vermietenden da und helfen bei Konflikten oder wenn
Mietrückstände oder bürokratische Hürden drohen. Vermietende profitieren ebenfalls, denn die
„Kümmerer“ sorgen dafür, dass die finanzielle Basis gesichert ist, helfen bei Kautionsfragen oder empfehlen eine Abtretungserklärung, um die Mietzahlung direkt zu garantieren. Das EEZ-Team
konnte zudem bereits Mietverhältnisse für 10 Wohnungen erhalten, durch Vermittlung und Klärung
zwischen den Mietparteien. So konnten Räumungsklagen vermieden werden.
Ein Appell an alle Betroffenen und an Vermietende
Menschen, die vom Verlust ihrer Wohnung bedroht sind, rät Lisa Assing und ihre Kolleginnen und
Kollegen: „Frühzeitig handeln!“ Am besten sofort bei den Projektanbietenden von „Endlich ein
Zuhause!“ melden, Schufa-Auskunft und Wohnberechtigungsschein beantragen, sich auf Wartelisten
der Wohnungsgenossenschaften setzen lassen – und trotz Rückschlägen nicht aufgeben. Die
Landesinitiative „Endlich ein Zuhause!“ kann helfen. Vermietende, die Mietrückstände zu beklagen
haben, können sich auch an EEZ wenden, um den belastenden Prozess einer Räumungsklage
abzuwenden. In dem Fall können die „Kümmerer“ auch beratend tätig werden. Lisa Assing: „Wir
verstehen uns als Brücke zwischen beiden Seiten. Das gibt Sicherheit – und verhindert, dass aus
kleinen Problemen wieder Wohnungslosigkeit entsteht.“

Ein gutes Signal für die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe
„Endlich ein Zuhause!“ beweist, dass Engagement, Vernetzung und Empathie entscheidende
Schlüssel im Kampf gegen Wohnungsnot sind. Doch klar ist auch: Der Wohnungsmarkt insgesamt
bleibt angespannt, wenn landesweit 1,4 Mio. Wohnungen fehlen (Pestel-Institut). Durch langfristige
Kooperationen zwischen Fachstellen, Vermietenden und Hilfsorganisationen können Menschen, die
in Not geraten, eine echte Chance auf ein neues Zuhause erhalten. Das gilt nicht nur für den Kreis
Siegen-Wittgenstein, auch im Kreis Olpe wird die Landesinitiative angeboten. Dort sind die
„Kümmerer“: Alternative Lebensräume GmbH, Katholisches Jugendwerk Olpe
e.V. FÖRDERBAND und der Kreis Olpe.

Gemeinsam stark gegen Wohnungslosigkeit – das EEZ-Team Siegen mit Alexander Rode (alf), Christin Schilling (Caritasverband Südwestfalen), von der Diakonie Soziale Dienste Stefanie Schneider und Johannes Schmidt, sowie Lisa Assing (alf)

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