Apotheken stärken und gleichzeitig Geld kürzen? ABDA kritisiert widersprüchliche Bundespolitik

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(wS/ots) Siegen-Wittgenstein 11.05.2026 | Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) schlägt Alarm: Während die Bundesregierung die Apotheken mit einem neuen Gesetz stärken will, drohen ihnen durch ein parallel beratenes Sparpaket gleichzeitig neue finanzielle Einbußen. Beide Gesetze werden an diesem Freitag in Bundestag und Bundesrat beraten.

Apothekenreform auf der einen Seite

Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) soll den Apotheken künftig mehr Kompetenzen in den Bereichen Prävention, Diagnostik und Versorgung übertragen. Der Bundesrat befasst sich am Freitag als letztem Schritt im Gesetzgebungsverfahren damit. Ziel ist es, die Rolle der Apotheken in der wohnortnahen Gesundheitsversorgung zu stärken – von erweiterten pharmazeutischen Dienstleistungen über mehr Impfungen bis hin zu Gesundheitstests.

Spargesetz auf der anderen Seite

Ebenfalls am Freitag berät der Bundestag in erster Lesung über das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Dieses umfassende Sparpaket für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) sieht vor, den sogenannten Apothekenabschlag von derzeit 1,77 Euro auf künftig 2,07 Euro pro rezeptpflichtigem, zulasten der GKV abgegebenem Medikament zu erhöhen. Diese Erhöhung würde das Apothekenhonorar faktisch absenken – und damit eine erst kürzlich erlassene Verordnung zur Anhebung der Apothekenvergütung wieder unterlaufen.

ABDA-Präsident: „Falsche Signal für die Versorgung vor Ort“

ABDA-Präsident Thomas Preis übt scharfe Kritik an diesem Vorgehen: „Die Politik will die Apotheken stärken – und nimmt ihnen gleichzeitig wieder Geld weg. Das passt nicht zusammen.“ Wer von den Apotheken neue Versorgungsleistungen erwarte, müsse auch dafür sorgen, dass diese auf einer wirtschaftlich gesunden Basis agieren könnten. „Neue finanzielle Belastungen sind daher ein falsches Signal für die Versorgung vor Ort. Die Apotheken brauchen Planungssicherheit – keine Widersprüche“, so Preis weiter.

Konkret mahnt der ABDA-Präsident, dass für neue Versorgungsleistungen Investitionen notwendig seien – in mehr Personal, geeignete Räumlichkeiten und entsprechende Ausstattung. „Bund und Länder müssen die angekündigte Stärkung der Apotheken konsequent umsetzen und dürfen sie nicht durch Sparmaßnahmen unterlaufen.“

Petition mit rund 315.000 Unterschriften

Ende Februar hatte die ABDA eine öffentliche Petition gestartet, in der sie die Politik aufforderte, die Apotheken – wie im Koalitionsvertrag versprochen – wirtschaftlich zu stärken. Bis heute haben rund 315.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger die Petition unterzeichnet. Mit dem parallelen Abschluss beider Gesetzgebungsverfahren sieht die ABDA nun den Zeitpunkt gekommen, die Petition zu beenden – mit einer klaren Botschaft an die Politik: „Die Apotheken werden gebraucht – setzen Sie die versprochene Stabilisierung des Apothekensystems ohne Abschwächungen und Verzögerungen um!“

Weitere Informationen gibt es unter www.abda.de.

ABDA-Präsident Thomas Preis – ABDA Bundesvgg. Dt. Apothekerverbände

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