(wS/spd) Siegen 11.06.2026 | Die SPD-Fraktion im Rat der Universitätsstadt Siegen hat eine umfangreiche Anfrage gemäß § 8 der Geschäftsordnung an Bürgermeister Tristan Vitt gerichtet. Das Thema: die kommunale Drogenpolitik in Siegen. Unterzeichnet wurde die Anfrage vom Fraktionsvorsitzenden Detlef Rujanski sowie den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Adhemar Molzberger und Felix Dornhöfer.
Hintergrund: Bundesweite Entwicklung trifft auch Kommunen
In ihrer Anfrage verweist die SPD-Fraktion auf eine zunehmende sozial-, gesundheits- und ordnungspolitische Herausforderung: Trotz der bereits 2012 beschlossenen „Nationalen Strategie zur Drogen- und Suchtpolitik“ sei in zahlreichen deutschen Städten ein deutlicher Anstieg des Konsums harter Drogen – insbesondere von Crack und synthetischen Opioiden – festzustellen. Gleichzeitig nähmen drogenbedingte Todesfälle, gesundheitliche Folgeschäden sowie Belastungen im öffentlichen Raum zu.
Fachverbände und Suchthilfeeinrichtungen würden darauf hinweisen, dass besonders niedrigschwellige Hilfs-, Präventions- und sogenannte Harm-Reduction-Angebote – also Schadensminderungsmaßnahmen – eine zentrale Rolle spielen, um Folgeschäden für Betroffene und die Allgemeinheit zu begrenzen. Vor diesem Hintergrund sei auch für eine Kommune mittlerer Größe wie Siegen eine Bestandsaufnahme der Lage und der bestehenden Maßnahmen „sinnvoll und notwendig“.
Die Beantwortung der Fragen soll für die nächste Sitzung des Ausschusses für Soziales, Familie und Senioren erfolgen.
Frage 1: Zahlen und Entwicklung des Drogenkonsums
Die SPD-Fraktion möchte wissen, welche Erkenntnisse der Stadtverwaltung über die Anzahl der Konsumentinnen und Konsumenten illegaler Drogen im Stadtgebiet vorliegen – und ob es belastbare Daten oder Schätzungen zur Entwicklung der vergangenen fünf Jahre gibt. Konkret gefragt wird auch nach den Konsumschwerpunkten harter Drogen wie Heroin, Crack und synthetischen Opioiden sowie nach der Anzahl drogenbedingter Notfälle, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle im gleichen Zeitraum. Darüber hinaus interessiert die Fraktion, welche Auswirkungen des Drogenkonsums derzeit im öffentlichen Raum festgestellt werden.
Frage 2: Präventions- und Harm-Reduction-Maßnahmen
Ein weiterer Schwerpunkt der Anfrage betrifft Prävention und Schadensminderung. Die SPD will wissen, welche präventiven Maßnahmen aktuell durch die Stadt oder geförderte Träger angeboten werden. Konkret erkundigt sich die Fraktion nach dem Vorhandensein von Drogenkonsumräumen, Spritzen- beziehungsweise Besteckausgaben, Drug-Checking-Angeboten, mobilen Hilfsangeboten oder Streetwork sowie Naloxon-Programmen zur Vermeidung tödlicher Überdosierungen. Falls solche Angebote nicht bestehen, soll die Verwaltung erläutern, ob diese bereits geprüft wurden und welche rechtlichen, finanziellen oder organisatorischen Hindernisse entgegenstehen. Gefragt wird zudem nach Kooperationen mit Nachbarkommunen, freien Trägern, dem Kreis Siegen-Wittgenstein oder dem Land NRW.
Frage 3: Beratungs- und Hilfsangebote
Die SPD-Fraktion erkundigt sich außerdem nach bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten für suchtkranke Menschen im Stadtgebiet und wie viele Personen diese in den vergangenen drei Jahren jeweils genutzt haben. Besonderes Augenmerk legt die Anfrage auf spezifische Zielgruppen: Jugendliche und junge Erwachsene, obdachlose und wohnungslose Menschen, substituierte Personen sowie Angehörige von Suchtkranken. Die Fraktion fragt zudem, wie die Verwaltung die aktuelle Versorgungssituation bewertet und ob sie zusätzlichen Handlungsbedarf sieht.
Frage 4: Strategische Ziele und Finanzierung
Abschließend möchte die SPD wissen, welche strategischen Ziele die Stadtverwaltung im Bereich der kommunalen Drogenpolitik aktuell verfolgt – und welche finanziellen Mittel im städtischen Haushalt für Prävention, Beratung und Suchthilfe zur Verfügung stehen.

📋 Auf einen Blick
| Antragstellerin | SPD-Fraktion im Rat der Universitätsstadt Siegen |
| Adressat | Bürgermeister Tristan Vitt |
| Datum der Anfrage | 11. Juni 2026 |
| Rechtsgrundlage | § 8 der Geschäftsordnung des Rates |
| Thema | Kommunale Drogenpolitik in Siegen |
| Zuständiger Ausschuss | Ausschuss für Soziales, Familie und Senioren |
| Unterzeichner | Detlef Rujanski (Fraktionsvorsitzender), Adhemar Molzberger und Felix Dornhöfer (stv. Fraktionsvorsitzende) |
| Schwerpunkte | Drogenentwicklung, Harm Reduction, Hilfsangebote, Haushaltsmittel |
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