„Flaggen stiften Identifikation – nicht nur zur WM!“: FDP will Schwarz-Rot-Gold dauerhaft an Schulen und Kreishäusern sehen

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(wS/fdp) Siegen 19.06.2026 | Die FDP-Fraktion im Kreistag Siegen-Wittgenstein hat einen Antrag zur nächsten Kreistagssitzung eingebracht, der eine ganzjährige Beflaggung aller Dienstgebäude, Schulen und Liegenschaften des Kreises mit der deutschen Bundesflagge sowie der Europaflagge vorsieht. Das Ziel: ein dauerhaft sichtbares Bekenntnis zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Freiheit und europäischer Zusammenarbeit – und das nicht nur in Zeiten wie der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft.

Zweiter Anlauf nach knapper Niederlage

Der Antrag ist kein Novum. Bereits in der vergangenen Wahlperiode hatte die FDP-Fraktion eine dauerhafte Beflaggung im Kreistag zur Abstimmung gestellt – der Vorschlag scheiterte damals mit nur einer Stimme Unterschied. Mit Blick auf die veränderte Zusammensetzung des Kreistages sieht die Fraktion nun erneut die Chance auf eine positive Entscheidung.

Fraktionsvorsitzender Guido Müller begründet den Vorstoß: „Flaggen stiften Identifikation und machen die Werte sichtbar, auf denen unser Gemeinwesen basiert. Die Bundesflagge steht für Demokratie, Freiheit und den Zusammenhalt unseres Landes. Die Europaflagge symbolisiert Frieden, Zusammenarbeit und die gemeinsame Zukunft Europas.“

Was der Antrag konkret vorsieht

Der Kreistagsbeschluss soll im Einzelnen Folgendes regeln: Alle Dienstgebäude, Schulen und Liegenschaften des Kreises sollen – ergänzend zu den bestehenden Vorgaben der nordrhein-westfälischen Beflaggungsverordnung – ganzjährig sowohl die Bundesflagge als auch die Europaflagge zeigen. Wo baulich nur ein einziger Fahnenmast vorhanden ist, soll grundsätzlich die Bundesflagge gehisst werden. Eine Ausnahme gilt für den Europatag am 9. Mai: An diesem Tag soll dort die Europaflagge gezeigt werden. Zudem sollen alle Gebäude des Kreises, an denen bisher keine Fahnenanlage vorhanden ist, soweit möglich mit Fahnenmasten ausgestattet werden.

An Standorten mit mehreren Fahnenmasten – wie etwa am Kreishausvorplatz mit seinen vier Masten – soll die Beflaggung zusätzlich um die Flagge des Landes Nordrhein-Westfalen sowie die Flagge des Kreises Siegen-Wittgenstein ergänzt werden.

Sonderbeflaggungen bleiben weiterhin möglich

Anlassbezogene Sonderbeflaggungen soll der Antrag ausdrücklich nicht verhindern. So soll es auch künftig möglich sein, anlässlich des Christopher Street Day (CSD), des Veteranentages, des Landesturnfestes, des Gedenkens an den Volksaufstand in Tibet oder bei Delegationsbesuchen aus Partnerkreisen entsprechende Flaggen zu hissen. In solchen Fällen würde die NRW-Flagge vorübergehend durch die jeweilige Anlass- oder Gastflagge ersetzt.

Historisches und europäisches Fundament

Zur inhaltlichen Begründung verweist die Fraktion auf die demokratische Tradition der Farben Schwarz-Rot-Gold, die seit dem 19. Jahrhundert für die freiheitlich-demokratische Tradition Deutschlands stehen. Nach der Gründung der Bundesrepublik wurden sie bewusst als Symbol für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und nationale Einheit gewählt – und stehen auch nach der deutschen Wiedervereinigung für ein freies und geeintes Deutschland.

Stellvertretender Fraktionsvorsitzender Peter Hanke ergänzt: „Deutschland in Europa ist eine Erfolgsgeschichte für Frieden, Sicherheit und Wohlstand. Diese Überzeugung sollte auch im öffentlichen Raum sichtbar werden. Eine ganzjährige Beflaggung setzt ein deutliches Zeichen für unsere demokratischen Grundwerte, stärkt das Bewusstsein für Europa und trägt zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei.“

Fotos: FDP

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