Walter-Krämer-Platz am Kreisklinikum: Jury entscheidet sich für Erwin Wortelkamps Entwurf

(wS/si) Siegen – Das humanitäre Wirken Walter Krämers durch eine künstlerische Gestaltung des nach ihm benannten Platzes am Kreisklinikum Siegen angemessen zu würdigen, war Ziel eines offenen Wettbewerbes, den die Kreisklinikum Siegen GmbH in Zusammenarbeit mit der Stadt Siegen und dem Kreis Siegen-Wittgenstein im Frühjahr 2013 ausgeschrieben hatte.

Bis zum 1. Juli 2013 reichten insgesamt 22 Künstlerinnen und Künstler ihre Unterlagen ein. In mehreren Sitzungen hatten die Wettbewerbsteilnehmer die Gelegenheit, der Jury mit den Mitgliedern Prof. Dr. Christoph Brockhaus (Vorsitz; ehem. Direktor des Lehmbruck Museums, Duisburg), Bertram Müller (Geschäftsführer Kreisklinikum), Stadtbaurat Michael Stojan, Kreiskulturreferent Wolfgang Suttner und Albrecht Thomas (1. Vorsitzender Kunstverein Siegen) ihre Entwürfe zu präsentieren.

Nach eingehender Diskussion fiel die Entscheidung am 23. Januar 2014 zugunsten des Entwurfs von Erwin Wortelkamp.

„Der Umsetzungsvorschlag von Erwin Wortelkamp ist in jeder Hinsicht überzeugend und hat die schwierige Aufgabe einer angemessenen Würdigung des humanitären Wirken Walter Krämers nach sieben Jahrzehnten ergebnisloser öffentlicher Diskussion in beeindruckender Weise gelöst. Damit wird ein neues Kapitel im Umgang mit dem „Arzt von Buchenwald“ aufgeschlagen“, betonen Bürgermeister Steffen Mues und Landrat Paul Breuer.

Der international renommierte Künstler regt eine Platzgestaltung an, die den vorhandenen Patientengarten durch Öffnung und Verschränkung erweitert. In der Jury-Begründung heißt es: „Durch landschaftsarchitektonische, plastische und malerische Elemente auf dem Platz, an der Fassade des Klinikums und im Eingangsfoyer entsteht eine schlüssige und inhaltlich konsequente Verbindung von Innen und Außen. In innovativer Weise beziehen sich Elemente wie Portrait-Stele und ‚Helfende Hand‘ auf das humanitäre Wirken von Walter Krämer als ‚Arzt von Buchenwald‘.“

Wie der Juryvorsitzende Prof. Dr. Christoph Brockhaus darüber hinaus erklärte, „zeigt der künstlerische Entwurf von Erwin Wortelkamp – beinahe 70 Jahre nach Kriegsende und 25 Jahre nach Ende des Kalten Krieges – eine lange gesuchte überzeugende Würdigung Walter Krämers, der in Israel als ‚Gerechter unter den Völkern‘ geehrt wird. Die künstlerische Gestaltung des Platzes berücksichtigt in ihrer Wirkung gleichermaßen den Eingangsbereich des Klinikums wie den davor liegenden Stadtraum.“

Im Vorfeld des Wettbewerbs war festgelegt worden, dass die Gestaltung in funktionaler Weise zum „Verweil-Charakter“ des Platzes beitragen solle. Stilles Gedenken solle in dieser Umgebung ebenso möglich sein wie Kommunikation bzw. Austausch.

Eine Arbeitskommission, die auf Vorschlag von Landrat Paul Breuer und Bürgermeister Steffen Mues, die einem beratenden Beirat angehörten, im Jahre 2012 eingerichtet worden war, hatte die Eckpfeiler des Wettbewerbs gesetzt. Wertvolle fachliche Unterstützung leistete hierbei Rikola-Gunnar Lüttgenau, stv. Stiftungsdirektor der „Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora“, der es beispielsweise übernahm, die Künstlerinnen und Künstler mit der Person Walter Krämer und dem Zweck der Platzgestaltung (=Erinnerung und Würdigung) vertraut zu machen.

Bis zum Herbst dieses Jahres soll der Entwurf von Erwin Wortelkamp umgesetzt werden. Die Kosten hierfür (insgesamt: rund 85.000 Euro) werden von den Partnern Kreisklinikum Siegen, Stadt Siegen und Kreis Siegen-Wittgenstein gemeinsam getragen.

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