Das Dorf-E-Auto in Grund

E-Auto als echte Alternative zum Zweit- oder Drittauto

(wS/hi) Hilchenbach – In den vergangenen vier Monaten konnte die Bevölkerung des Hilchenbacher Stadtteils Grund ausgiebig ein E-Auto testen. Mit dem von der RWE Deutschland AG kostenlos zur Verfügung gestellten Nissan Leaf legten die Grunder, aber auch Interessierte aus anderen Orten, weit über 100 Fahrten zurück. Dabei wurden annähernd 4300 Kilometer von 62 Nutzern „abgespult“. Auch wenn einige sich das Auto mehrfach ausliehen – circa ein Drittel aller Grunder Haushalte testete so das Dorf-E-Auto. Verbraucht hat der fünfsitzige Nissan dabei etwa 800 Kilowattstunden (kWh). Bei einem Preis von 28 Cent pro kWh ergeben sich für das E-Auto somit Kosten von 5,20 Euro auf 100 Kilometer.

E-Auto als echte Alternative zum Zweit- oder Drittauto. (Foto: Stadt Hilchenbach)

E-Auto als echte Alternative zum Zweit- oder Drittauto. (Foto: Stadt Hilchenbach)

Die gesamte Testaktion läuft im Rahmen des südwestfälischen Projektes „Dorf ist Energie(klug)“ – initiiert durch die Südwestfalen Agentur in Olpe. Das Projekt begleitet und coacht – gefördert durch das Umweltministerium NRW, die südwestfälischen Kreise und die Volksbanken in Südwestfalen – Dorfgemeinschaften durch Fachleute auf ihrem Weg, mit Hilfe von nachhaltigen Klimaschutzideen eine ganzheitliche Dorfentwicklung voranzubringen.

Durch den viermonatigen Test des von der RWE Deutschland AG kostenlos zur Verfügung gestellten Dorf-E-Autos konnten die Grunder Bürger ihre eigene „energiekluge“ Idee verfolgen. Dabei zog die Dorfgemeinschaft ein positives Fazit, nicht zuletzt während des E-Mobilitätsmarktes im eigenen Dorf. Hier kamen Anfang August neben bekannten Vertretern aus Politik und einigen hundert Bürgern auch viele regionale Unterstützer der nachhaltigen Mobilität zusammen, diskutierten und informierten sich gegenseitig.

Die Erfahrungen während der Nutzung des Autos im Alltag waren durchweg positiv: Dazu zählt auch, dass das Dorf-Auto mit Elektroantrieb im Testzeitraum kein einziges Mal stehen geblieben ist, auch wenn einzelne Fahrer durchaus weite Strecken zurückgelegt und dabei die Reichweite ausgereizt haben. Doch E-Autos sind nicht nur alltagstauglich. „Es macht auch Spaß, damit zu fahren“, merkt Ortsvorsteher Martin Born stellvertretende für viele „Testfahrer“ an. Und auch der Mitinitiator der Aktion, Jörg Heiner Stein, ist überzeugt, dass ein E-Mobil auch in den ländlichen Gebieten als Alternative für einen Pkw mit Verbrennungsmotor geeignet ist: „Mit der Zeit passt man sich dem Auto an und achtet darauf, dass nicht zu viel Energie verbraucht wird.“ Die Reichweite des Nissans liegt bei durchschnittlich etwas über 100 Kilometer pro „Tankladung“.

Es kann noch nicht abgeschätzt werden, ob sich aus dem Dorf heraus ein gemeinschaftliches Carsharing-Projekt umsetzen lässt. In den kommenden Wochen soll dies ausgiebig mit den Bewohnern in Grund und den beteiligten Projektpartnern diskutiert werden. „Weitere Unterstützer einer solchen Idee sind herzlichen Willkommen. Jetzt werden wir uns mit der Dorfgemeinschaft zusammensetzen und schauen, was gewollt ist und was wir unterstützen können“, so Lars Ole Daub, Projektmanager bei der Südwestfalen Agentur. Die Grunder und alle Interessierten können sich weiterhin über ihre Facebook-Gruppe „Das Dorf-E-Auto Grund“ über ihre Ideen und den weiteren Verlauf informieren.

Ein herzliches Dankeschön geht an Udo Schimski. Er hat über die vier Monate ehrenamtlich den Schlüssel an die „Tester“ vergeben, den Wagen gepflegt und stets darauf geachtet, dass dieser an die Ladesäule kam. Dank der Unterstützung der Projektpartner war die Nutzung des E-Autos für die Bürger kostenlos. So konnte ein Spendenbetrag in Höhe von 300 Euro eingenommen werden, der der Dorfgemeinschaft als mögliches Startkapital der „energieklugen Idee“ dient.

„Ein besonderer Dank geht natürlich an die RWE Deutschland AG für die unentgeltliche Bereitstellung des Fahrzeugs“, so Birgit Frerig-Liekhues, Klimamanagerin der Stadt Hilchenbach, bei der Rückgabe des liebgewonnenen Fahrzeugs an Hannah Stenzel und Peter Imhäuser von der RWE Deutschland AG.

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