Feuerwehr Krombach feiert im Mai ihr 125-jähriges Bestehen

(wS/red) Kreuztal-Krombach – Die Eiszapfen gefrorenen Löschwassers hingen an den Feuerwehrarmaturen herab in jener Nacht im Februar 1992, als in Krombach ein riesiger Bierlagertank in Flammen stand. An die 300 Feuerwehrleute der Stadtfeuerwehr Kreuztal und umliegender Einheiten kämpften an eiskalter Front auf dem Gelände jener Brauerei, die den Ortsnamen „Krombach“ weltweit bekannt gemacht hat. Für die ortseigene Feuerwehr gehörte jener Großbrand zu den heftigsten Einsätzen ihrer Nachkriegszeit, musste sie doch nach durchlöschter Nacht am Morgen darauf gleich wieder auflodernde Flammen am Unglücksort bekämpfen. Sicher noch verheerender verliefen jedoch zwei Großeinsätze der Feuerwehr Krombach aus früher Vergangenheit: 1893 löschten die Krombacher bereits beim Brand des Dorfes Müsen mit, und auch nach dem Bombenangriff auf Siegen 1944 mussten die Krombacher ausrücken.

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Die Mitglieder der Löschgruppe Krombach.

Doch wie in so vielen Einheiten der Feuerwehr gehört das „Löschgeschäft“ in Krombach längst nicht mehr zu den einzigen Aufgaben der freiwilligen Helfer: Seit 2006 ist die Löschgruppe Krombach für die technische Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen im nördlichen Kreuztaler Stadtgebiet zuständig, mittlerweile ebenso auf der Autobahn A 4, auf der Hüttentalstraße und deren Zubringer. An die 40 Alarmierungen jährlich hält die derzeit 34-köpfige Mannschaft, darunter zwei Frauen, der Löschgruppe Krombach auf Trab. Große Industriebetriebe mit teils erheblichem Gefahrenpotenzial liegen im Einzugsgebiet der Krombacher Feuerwehr, die für ihre Schnelligkeit gerade auch tagsüber bekannt und wo die Tageserreichbarkeit günstig ist. Mit einem Einsatzleitwagen, einem Hilfeleistungslöschfahrzeug und einem Tanklöschfahrzeug 16/25 ist die Einheit zeitgemäß und schlagkräftig ausgestattet. Seit vielen Jahren bildet die Löschgruppe Krombach gemeinsam mit den Kameraden aus Eichen und Littfeld den Zug III der Stadtfeuerwehr Kreuztal.

Einen guten Draht zur Bevölkerung hat die Löschgruppe Krombach, indem sie jeweils am 1. Mai zum Tag der offenen Tür rund um ihr Gerätehaus im Untergeschoss der Krombachhalle einlädt. Ausgerechnet in diesem Jahr jedoch müssen die Littfetaler auf diesen Termin verzichten. Stattdessen steht ihnen aber zwei Wochen später ein ausgiebiges Feuerwehrfest ins Haus: Vom 14. bis 17. Mai feiert die Feuerwehr Krombach ihr 125-jähriges Bestehen mit Blaulichtparty, Frühschoppenkonzert und einem Festzug durch den Ort. Hinzukommt, dass am 21. März in Krombach neben der Mitgliederversammlung des Kreisfeuerwehrverbands Siegerland-Wittgenstein auch der Kreisfeuerwehrtag 2015 stattfindet, eine für alle Feuerwehrleute offene Informationsveranstaltung mit Foren, Workshops und praktischen Vorführungen – „eine absolute Premiere für den Kreisfeuerwehrverband“, wie Kreisbrandmeister Bernd Schneider die Veranstaltung umschreibt. Genug zu organisieren also für die Krombacher Feuerwehr, die diese Termine aus Anlass ihres Jubiläums gern in ihren Ort geholt hat.

Seit 1960 ist die Löschgruppe Krombach im Untergeschoss der Krombachhalle stationiert. Mit dem Umzug dorthin gingen mehrere Provisorien zu Ende: Zur Gründungszeit 1890 waren die zur Verfügung stehenden Handdruckspritzen, Eimer und Leitern in einem Schuppen neben der Kirche untergebracht. 1902 ergänzte ein Steigerturm in der Ortsmitte das Equipment der Feuerwehr.

Seit 1960 ist die Löschgruppe Krombach im Untergeschoss der Krombachhalle stationiert., wie auf dem historischen Foto zu sehen ist.

Seit 1960 ist die Löschgruppe Krombach im Untergeschoss der Krombachhalle stationiert., wie auf dem historischen Foto zu sehen ist.

1940 zog die Feuerwehr in das ehemalige Gemeindehaus, wo heute an der Hauptstraße ein Radio- und Fernsehgeschäft untergebracht ist. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs verfügte die Feuerwehr Krombach über ein eigenes motorisiertes Fahrzeug – nämlich über ein vom Krieg „liegengebliebenes“ Sanitätsfahrzeug, das die Feuerwehr kurzerhand für ihre Zwecke umbaute und nutzte. Dieses Provisorium fand 1960 ein Ende, als die Krombacher Feuerwehr mit einem „LF 8“ auf Ford-Fahrgestell ihr erstes „echtes“ Feuerwehrauto erhielt. Im Zuge des stärker werdenden Straßenverkehrs auch mit Tanklastzügen schuf die Gemeinde Krombach 1968 ein „TroLF 500“ an, ein Löschfahrzeug mit 500 Kilogramm Pulver an Bord, das zur Bekämpfung speziell von Flüssigkeitsbränden geeignet war. Das dritte Fahrzeug, ein Tragkraftspritzenfahrzeug, kam 1969, also in dem Jahr, als der Löschzug Krombach im Rahmen der kommunalen Neugliederung zu einer Einheit der Stadtfeuerwehr Kreuztal wurde.

Bereits seit 1993 steht Thorsten Schreiber als Löschgruppenführer der Einheit vor. Vor ihm haben unter anderem Hermann Schürmann (bis 1993), Albert Hoffmann (bis 1977), Richard Katz (bis 1965), Ernst Groos (ab 1937), Friedrich Schneider, Heinrich Katz und Eduard Burbach als erster Wehrführer das Kommando gehabt.

Die Chronik der Feuerwehr Krombach ist naturgemäß zugleich eine Chronik vieler persönlicher Geschichten. Zu den tragischen gehörte der Einsatz zur Rettung einer Person aus einem mit Stickstoff geflutetem Tank im Jahr 1991. Dabei verunfallte ein Krombacher Feuerwehrkamerad und musste an der Einsatzstelle selbst reanimiert werden. Zum Glück nahm der Kamerad keinen bleibenden Schaden und versieht heute noch seinen aktiven Feuerwehrdienst. Die ursprünglich zu rettende Person verstarb leider noch an der Einsatzstelle. Zu den erfreulichen gehört die „Karriere“ des aus der Krombacher Feuerwehr stammenden Ernst Dittmann: In den 1960-er Jahren fungierte er als Amtsbrandmeister des Amtes Ferndorf, bevor er Kreisbrandmeister des Kreises Siegen und später Siegen-Wittgenstein wurde. Mit seinen heute fast 89 Jahren mischt er sich immer noch gern in die Reihen der Krombacher Feuerwehr, ebenso wie die weiteren sechs Kameraden der Ehrenabteilung. Beim Festzug der Feuerwehr Krombach werden sie jedenfalls Ehrenplätze einnehmen.

Feuerwehrkameraden in historischer Montur während eines Festzuges.

Feuerwehrkameraden in historischer Montur während eines Festzuges.

Fotos: Feuerwehr

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